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HZ_40_2014

Schwerpunktausgabe Schweiz Deutscher Holz-Anzeiger Deutsche Holzwirtschaft Der Holzkäufer Deutsche Holz-Zeitung Deutscher Holzverkaufs-Anzeiger UNABHÄNGIGES ORGAN FÜR DIE FORST- UND HOLZWIRTSCHAFT Donnerstag, 2. Oktober 2014 140. Jahrgang · Nr. 40 Heute mit Waldschutz Holzindustrie Geschäftslage weiter verschlechtert Die allgemeine Geschäftslage der Nadelholzsägewerke in Deutschland Holzhandel FSC mit Anspruch auf alleinige Anerkennung Der FSC-Deutschland fordert eine Bevorzugung des FSC-Zertifikats bei Waldbewirtschaftung und öffentlicher zudem nicht mehr als Nachhaltigkeitsnachweis DRW-Verlag Weinbrenner GmbH & Co. KG, 70771 Leinfelden-Echterdingen ZKZ 3843 Postvertriebsstück Deutsche Post AG Entgelt bezahlt hat sich im September weiter verschlechtert. Å==Seite 954 Beschaffung. PEFC soll anerkannt werden. Forstwirtschaft Å==Seite 950 Kartellverfahren bewegt Waldbauern „Holzvermarktung auf dem Prüfstand“ war vor dem Hintergrund des laufenden Kartellverfahrens das Thema des Waldbauerntages NRW. Å==Seite 951 Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg, bei. Holzgewerbe profitiert von Exporthoch Köln-Messe erwartet 180 Aussteller zur »Living kitchen« VDM: Möbelkonsum steigt weltweit um 4 % – Möbelhandel 5 % im Plus – Deutsche Küchen im Schnitt 12,7 Jahre alt Die Köln-Messe erwartet für die dritte Ausgabe ihrer Küchenschau „Living kitchen“ 180 Aussteller in drei Messehallen (4.1, 4.2 und 5.2). Darunter befinden sich laut Messechef Gerald Böse rund 50 Neuaussteller – prominentester Vertreter ist der eher messescheue Hersteller Siematic aus Löhne. Wie in den Vorjahren (2011 und 2013) stellen neben den bekannten Küchenherstellern wie Leicht, Nobilia und Schüller, die Größen der Gerätebranche (u. a. Miele, BSH) und viele Zulieferfirmen aus (u. a. Blanco, Franke, Lechner). Die „Living kitchen“ findet erneut parallel zur Möbelmesse „IMM Cologne“ auf dem Kölner Messegelände statt. Erwartet werden an den sieben Tagen vom 19. bis 25. Januar mehr als 150 000 Besucher. Umrahmt werden insbesondere die drei Publikumstage (Freitag bis Sonntag) von einer Vielzahl von Veranstaltungen rund ums Kochen. Fest stehen Kochshows mit Johann Lafer, Punkfood Deluxe, Ralf Zacherl, Nelson Müller, Enie van de Meiklokjes und Frank Rosin. Bekannt gegeben wurden die Informationen während einer internationalen Pressekonferenz am 24. September auf Mallorca (Spanien). Dort stellte auch AMKGeschäftsführer Kirk Mangels die Ergebnisse einer von dem Küchenfachverband in Auftrag gegebenen Studie der GFK vor. Die deutsche Durchschnittsküche ist demnach 12,7 Jahre alt und damit jünger als bisher angenommen. Allerdings sind immer noch knapp 10 Mio. Küchen älter als 20 Jahre, betonte Mangels. „Es gibt also immer noch viel zu tun und ein Riesen-Potenzial im deutschen Markt.“ Zudem ermittelte die GFK, dass die deutsche Küche immer größer wird: die Durchschnittsküche erreicht aktuell 13,3 m². „Wirtschaftlich gesehen entwickeln sich derzeit in Europa nur die Märkte in Deutschland, Großbritannien, Österreich und in der Schweiz positiv – mittlerweile, wenn auch mit Abstrichen – wieder in Frankreich“, sagte Mangels. Allerdings erwartet er eine Trendwende zum Besseren in einigen südeuropäischen Ländern und den Niederlanden. Wie es um die weltweite Nachfrage nach Möbeln bestellt ist, das erläuterte auf Mallorca, Ursula Geismann, Pressesprecherin des Möbelverbandes VDM. Der weltweite Möbelkonsum hat sich demnach in den vergangenen zehn Jahren auf rund 335 Mrd. Euro verdoppelt. Für 2014 wird von einer weiteren Steigerung um 4 % ausgegangen. Das Wachstum wird dabei im Wesentlichen von Asien getragen. Während der Möbelmarkt in Westeuropa im laufenden Jahr wohl um 1 % schrumpfen wird, steigt der Möbelabsatz in Nordamerika um 2 %, in Osteuropa um 3 %, im Mittleren Osten, in Teilen Afrikas und in Teilen Südamerikas um 4 % und in Asien um 6 %. Die Entwicklung der weltweiten Möbelnachfrage deckt sich dabei mit den Wirtschaftsaussichten in den wichtigsten Absatzmärkten. Geismann: „Derzeit wird aufgrund der weltweiten Krisenherde allerdings ein Dämpfer beim BIP-Wachstum erwartet.“ Der weltweit größte Möbelproduzent ist und bleibt China mit einem Gesamtanteil von 31 %. Das chinesische Produktionsvolumen für Möbel ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Inzwischen zeichnet sich jedoch aufgrund steigender Herstellungs- und Materialkosten und der damit verbundenen Verteuerung der Produktion eine Abschwächung ab. Die USA produzieren 14 % aller Möbel, gefolgt von Italien mit 7 % und Deutschland mit 6 %. Für den weltweiten Handel mit Möbeln prognostizierte Geismann für 2014 ein Wachstum von 5 % auf rund 100 Mrd. Euro. Haupteinkäufer weltweit sind die USA vor Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Kanada. Organisches Netz aus Holz Ein ungewöhnliches Bauwerk beherbergt seit Anfang Juni die Elefanten des Züricher Zoos. Das rund 5 000 m² große Gebäude zeichnet sich durch sein frei geformtes Schalendach aus Holz aus. Die komplexe Holzkonstruktion wird von fast einer halben Million Schrauben zusammengehalten. Die signifikante Formensprache des Dachs wurde als freitragende Holzschale realisiert, die an fünf Randbereichen aufliegt. Die Tragwerksplaner hatten sich die Aufgabe gesetzt, die Holzschale einfach mit großen, ebenen oder geraden Standardprodukten auf der Baustelle herzustellen. Die erste Lage der Dreischichtplatten wurde vollflächig auf einem Lehrgerüst aus Spanten montiert und verschraubt. Darauf kam die zweite, um 60° gedrehte Lage mit vorgeschnittenen Öffnungen. Die dritte vom Roboter gefräste Lage kam fertig auf die Baustelle und diente als Schablone für die Oberlichter. Å Å Näheres auf Seite 979 Prägnant für das Züricher Elefantenhaus ist das die Form eines Schildkrötenpanzers aufnehmende Dach. Seine Konstruktion löst sich dabei in eine netzartig transparente Struktur auf. Im Innenraum wirkt das einfallende Sonnenlicht, als scheine es durch ein Blätterdach und schafft veränderliche Lichtstimmungen mit spannungsvollen Kontrasten zwischen schattigen und hellen Bereichen Foto: Walt + Galmarini, Zürich; Fischerwerke, Waldachtal Zuwächse im ersten Halbjahr geben Konjunktureintrübung der Sägeindustrie noch nicht wieder Die deutsche Holzindustrie verzeichnete im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein deutliches Umsatzwachstum von 3,9 % auf 16,4 Mrd. Euro (15,8 Mrd. Euro). Das erklärte Johannes Schwörer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH), am 29. September in Bad Honnef. Der Umsatz im Holzgewerbe – Holzindustrie ohne die Möbelindustrie – legte vor allem durch die Nachfragebelebung aus dem Ausland im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 kräftig um 6,6 % auf 7,8 Mrd. Euro zu. Die Branche zählt dabei lediglich fünf Betriebe (–1,4 %) weniger als zum Ende des ersten Halbjahres 2013. Die Sägewerke verzeichneten ein Umsatzplus von 6,9 % auf 2,2 Mrd. Euro. Allerdings ließ die Entwicklung im zweiten Quartal deutlich nach, sodass der gute Zuwachswert die tatsächliche Lage schönt. Im Juni ist der Umsatz der deutschen Sägeindustrie sogar hinter das Vorjahresergebnis zurückgefallen. Das größte Segment des Holzgewerbes – die Holzwerkstoffindustrie – verzeichnete einen noch deutlicheren Umsatzanstieg um 7,5 % auf über 2,4 Mrd. Euro, wobei hier rohstoffbedingte Preisanhebungen eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die Parkettindustrie entwickelte sich als einziges Segment des Holzgewerbes im gesamten ersten Halbjahr negativ. Die deutschen Parketthersteller mussten laut Schwörer einen Umsatzeinbruch um 5,3 % auf rund 150 Mio. Euro verkraften. Dieser sei auf die rückläufige Produktionsentwicklung im Inland und auf den steigenden Importdruck zurückzuführen. Das zweitgrößte Segment des Holzgewerbes, der sogenannte „baunahe Bereich“, umfasst die Hersteller von Fertighäusern, Fenstern, Türen, Treppen und anderen Bauelementen. Diese profitieren weiterhin von der stabilen Baukonjunktur und den historisch niedrigen Zinsen, wenngleich die Zahl der Baugenehmigungen im Berichtszeitraum minimal rückläufig war. Insgesamt konnten die Erlöse im baunahen Bereich im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 um 4,9 % auf knapp 2,4 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Holzverpackungen erfreuen sich aktuell stabil hoher Nachfrage. Die Hersteller von Paletten, Trommeln und Holzverpackungen konnten von Januar bis Juni 2014 einen überdurchschnittlich hohen Umsatzanstieg von 10,4 % auf knapp 360 Mio. Euro vermelden. Nach Einschätzung des Holzverpackungsbereichs ist das Umsatzplus in erster Linie auf die steigenden Exportaktivitäten der deutschen Wirtschaft zurückzuführen, was die Zukunftsaussichten trübt. Aufgrund des rückläufigen Trends und unterdurchschnittlicher Umsatzentwicklung bei der Möbelindustrie (+1,6 % im ersten Halbjahr) prognostiziert der HDH für das Gesamtjahr 2014 für die deutsche Holzindustrie ein Umsatzwachstum von 1 bis 2 %.


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