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HZ_40_2014

Seite 960 · Nummer 40 · Holz-Zentralblatt Service Donnerstag, 2. Oktober 2014 KURZ NOTIERT 5000 Besucher bei Messe in Chemnitz Etwa 5 000 Besucher kamen in diesem Jahr zur Messe „Forst und Holz“ (26. bis 28. September) nach Chemnitz. Damit konnte die Besucherzahl nicht gesteigert werden. Die Zahl liege jedoch im avisierten Zielbereich, so der Veranstalter TMS. Geschäftsführerin Anne Frank erklärte: „Wir sind mit dem Verlauf des Forst und Holz–Messewochenendes zufrieden. Wer im Forst arbeitet, der tut das nahezu das ganze Jahr und bei jedem Wetter. So konnte selbst der verregnete, trübe Freitag am Erfolg der Messe nicht rütteln.“ Bei der zweiten Veranstaltung in Chemnitz stellten 164 Aussteller auf 20 000 m² Bruttofläche (2013: 15 000 m²) ihre Erzeugnisse vor, wobei in diesem Jahr der Bereich Jagd nicht angeboten wurde, sodass die Ausstellerzahl leicht gesunken war (2013: 172). Das Angebot reichte von Großmaschinen über Sägegatter, Rückewagen und Traktoren bis hin zu Gerätschaften für den privaten Einsatz. Handwerker, wie Kamin- oder Heizungsbauer, informierten über Möglichkeiten, Holz als alternative Energiequelle bei Neubauten, Renovierungen und Sanierungen effektiv einzusetzen. Erneut nutzten die Branchenverbände Bund Deutscher Forstleute und Deutscher Forstunternehmer-Verband die Messe für Jahres- und Fachtagungen. Neuheiten beim Explosionsschutz Die neue Atex-Richtlinie 2014/ 34/EU muss bis zum 20. April 2016 in nationales Recht umgewandelt werden. Sie ersetzt die bestehende Atex-Richtlinie 94/ 9/EG. Experten von Dekra Exam, einer sogenannten benannten Stelle, erläuertern im November die anstehenden Veränderungen für Hersteller oder Nutzer explosionsgefährdeter Geräte. Termine sind 3. November in Bochum, 5. November in Planegg bei München und 6. November in Stuttgart. www.dekra-exam.eu Nachwuchs hofft auf Unterstützung Die „Tharandter Gespräche“ sind eine Kongressveranstaltung, die von Forststudenten der TU Dresden organisiert wird und sich an Studenten aller forstlicher Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland richtet. Zur diesjährigen Veranstaltung (10. bis 13. Juni) kamen 70 Teilnehmer, die sich u. a. zu neuen Geschäftsfeldern in der Forstwirtschaft informierten. Auch 2015 soll es wieder einen Studentenkongress geben. Hierfür laufen schon jetzt die inhaltlichen und organisatorischen Planungen. „Eine wesentliche Herausforderung wird es wieder sein, den Finanzbedarf zu decken“, so Elisabeth Brier vom Organisationsteam. Info: 01 73/3 66 91 18 oder per E-Mail info@tharandtergespraeche. de Insofern sind insbesondere Förderer und Sponsoren forstnaher Unternehmen und Organisationen eingeladen, als Kooperationspartner Teil des erfolgreichen Projektes zu werden. AUFGELESEN »Keine ausgestopften Tiere bitte« Was ein kleiner Wunsch-Zettel die Forst- und Holzwirtschaft lehren kann Auch in Zukunft setzt man im „Haus des Waldes“ auf möglichst echte, selbstgemachte Erfahrungen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Tierpräparate anzufassen. Die gezeigten Präparate sind teilweise Geschenke und teilweise thematisch ausgewählte Zukäufe. Es musste also kein Tier extra für die Ausstellung sterben, was jedem klar ist, der Einblick in das Thema Jagd und die möglichst umfassende Verwertung der dabei anfallenden Produkte hat LESERMEINUNG »Anwendungsbereiche, für die Baustoff Holz nicht taugt?« Wolf Hockenjos, u. a. Vorstandsmitglied des Forums Weißtanne, äußert sich im folgenden Leserbrief zu den Plänen für das geplante Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald. Wie jeder rechte Nationalpark soll nun also auch das Lieblingskind der grünroten Regierung Baden-Württembergs ein repräsentatives Besucherund Informationszentrum, ein Nationalparkhaus, erhalten. In ihm sollen die Gäste, wie es in der Auslobung des derzeit laufenden Architektenwettbewerbs heißt, zentral über die Gebiete und Inhalte des Nationalparks informiert werden, auch soll die Verbin- dung zwischen den Menschen und der Natur (wieder) hergestellt werden“. Ein ein- bis anderthalbstündiger Rundgang soll hierzu dienen, bei einem geschätzten Besucheraufkommen von etwa 100 000 Personen pro Jahr und mit bis zu 1000 Besuchern pro Tag. Bedingung für den Ausstellungsbereich: Es sollen sich in ihm gleichzeitig etwa 300 Besucher aufhalten können. Soweit, so einleuchtend! Doch dann heißt es in der Ausschreibung wörtlich weiter: Das Leitthema des Nationalparks ist der Wald. In geeigneten Anwendungsbereichen sollte als Baustoff Holz verwendet werden. Ortstypisch sind Fichte, Tanne und Buche. Eventuell kann auch „Käferholz“ verwendet werden. Sollte es im Schwarzwald mit seiner Jahrhunderte alten Holzbautradition, mit seinem hölzernen Markenzeichen, dem Schwarzwaldhaus, das zu den Spitzenleistungen europäischer Holzbaukunst zählt, tatsächlich noch Anwendungsbereiche geben, für die der Baustoff Holz nicht taugt? Ist etwa auch ein Kern aus Beton oder Stahl noch zum Wettbewerb zugelassen, sofern er nach außen hin mit reichlich heimischem Holz, gar mit Käferholz verkleidet wird, mit Holzvertäfelung nach innen und Buchenholzgestühl? Nicht nur für den Schwarzwälder Holzbau wäre es eine schlimme Niederlage, auch für den Nationalpark selbst wäre es ein Armutszeugnis, wenn etwas anderes als Holz zum Zuge käme! Da trifft es sich gut, dass der zuständige Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, für den 24. Oktober zur „Fachtagung Holzbau“ in die Universität Stuttgart einlädt. Referieren werden dort vormittags Architekten des Illwerke Zentrums Montafon über Tragewerke aus Holz, nachmittags die Berliner Architekten über sieben Geschosse in Holz. Auch Brandschutzund Umsetzungsfragen sollen erörtert werden. Ob da nicht auch für das Nationalparkhaus noch etwas hängen bleibt? Wolf Hockenjos Ein Besuch im „Haus des Waldes“ in Stuttgart-Degerloch sei jedem empfohlen – egal ob klein oder groß. Neben der interessanten Ausstellung können sich hier auch Anregungen finden, die jedem, der mit Wald und/ oder Holz zu tun hat, zu denken geben sollten. In meinem Fall war es der Wunsch eines/r Ausstellungsbesuchenden, notiert auf einem 7 × 7 cm großen Notizzettel. „Keine ausgestopften Tiere bitte. Hierfür wäre uns Kunststoff wirklich lieber“ – dies ist ein Wunsch, den Besucher im „Haus des Waldes“ Stuttgart für die Ausstellung der Zukunft an einem eigens eingerichteten Infobrett hinterließen. Zunächst ist dies einmal ein Hinweis an das Team des waldpädagogischen Zentrums in Stuttgart, welches unlängst sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Für die Weiterentwicklung der Ausstellung „Stadt – Wald – Welt“ bat man um Anregungen. Damit verbietet sich jede Bewertung dieses Wunsches. Er ist vielmehr ein wichtiger Fingerzeig an alle, deren Tun auf der Nutzung von Teilen der Natur basiert, denn er zeigt, wie schnell man heute anecken kann – auch an Stellen, die über viele Jahre als völlig unkritisch erschienen. Wer die Sonderausstellung zum Jubiläum aufmerksam studiert, wird feststellen, dass sich das „Haus des Waldes“ von Anfang an einer sachlichen, aus dem Leben gegriffenen Darstellung des Themenfeldes Wald/Holz mit allen seinen Facetten widmete, „Bambi“-Romantik hat hier seit jeher keinen Platz. Bereits vor 25 Jahren hat ein großes Wildschwein-Präparat die Gäste empfangen. Dieses ist nun etwas kahlgestreichelt und zahnlos, auch fehlt ihm inzwischen ein Auge. Diese starken Abnutzungsspuren zeigen, wo einer der Werte von ausgestopften Tieren in diesem Umfeld liegt, nämlich darin, weitgehend naturfern aufwachsenden Kindern die Möglichkeit zu geben, das Fell unterschiedlicher Tierarten mit den eigenen Händen vergleichen zu können oder zu merken, wie ein Igel stachelt. „Möglichst echte, selbstgemachte Erfahrungen“ nennt der Leiter der Einrichtung, Berthold Reichle das. Diese soll es auch in Zukunft so geben, das sei dem Team sehr wichtig. Offenbar haben sich jedoch Teile der Gesellschaft so weit von der Natur entfremdet, dass es schon als Zumutung empfunden wird, wenn Kinder mit lebensecht wirkenden Tieren in natürlichen Hüllen konfrontiert werden. Genauso, wie hier wohl echte Felle zur Herstellung von Exponaten abgelehnt werden, könnte auch schnell die Nutzung von Holz hinterfragt werden, müssen doch dafür Bäume sterben. Und Ersatz für fast jedes Holzprodukt ließe sich doch sicher auch im nicht (ehemals) lebenden Bereich finden. Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, dass die Botschaft der Ausstellung – das Zusammenspiel von nachhaltiger Nutzung und ausgewogenem Schutz des Waldes und seiner Bewohner – offenbar nicht jeden erreicht. Wenn dies aber noch nicht einmal einer Einrichtung mit 25-jähriger Erfahrung gelingt, die zweifellos zum Besten gehört, was es im waldpädagogischen Bereich in Deutschland gibt, dann zeigt dies, wie schwer sich die Forst- und Holzwirtschaft damit tut, ihre Botschaften an den Bürger zu bringen – und seien sie dem Fachmann noch so einleuchtend und selbstverständlich. Der kleine Notizzettel im „Haus des Waldes“ sollte uns daher Ansporn sein, noch aktiver unser Tun in der Öffentlichkeit verständlich zu machen, um eine Vielzahl von Bürgern auch weiterhin an unserer Seite zu wissen. Dr. Michael Ißleib MESSEVORSCHAU »Forst live« findet 2015 in Offenburg parallel zur »Wild und Fisch« statt Mit über 26 500 Besuchern und 270 Ausstellern verbuchte die letzte „Forst live“ in Offenburg Mitte April einen neuen Rekord. Im kommenden Jahr (10. bis 12. April) will man die „Schallmauer“ von 30 000 Besuchern aus dem In- und Ausland knacken. Messechef Harald Lambrü zeigt sich diesbezüglich zuversichtlich, da im Eintrittspreis der Besuch der parallel stattfindenden Messe „Wild und Fisch“ enthalten ist. Er sieht hierin starke Synergien, schließlich hätte man in Besucherbefragungen ein hohes Interesse für Jagen und Angeln festgestellt. Praxisnah werden Trends und Entwicklungen aus der Welt der Jägerei und des Angelsports aufgezeigt. Im Mittelpunkt der 16. „Forst live“ werden wieder Maschinendemonstrationen von Großhackern, Häckslern, Schreddern, Säge/Spaltautomaten und mobilen Sägewerken stehen. Über die Landesgrenzen hinaus hat sich die „Forst live“ durch die Live-Demonstrationen von Kegel-, Kurzholz-, Kombiund Waagerechtspaltern, Säge-/Spaltautomaten und Holzbündelsystemen den Ruf eines „Brennholzmekkas“ erworben. Das Spektrum reicht von Geräten für den Hobbyisten bis hin zu Profigeräten mit einer Stundenleistung von bis zu 2 400 ofenfertigen Stücken. In den letzten Jahren haben eine Reihe von Herstellern die Messe genutzt, um ihre Innovationen und Weiterentwicklungen im Frühjahr erstmals auf einer Fachmesse in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Den Ausstellern stehen ein 40 000 m² großes Freigelände und 6 000 m² in der „Baden-Arena“ zur Verfügung. Wer hobelt am besten? Am 21. September endeten mit großem Erfolg und mit der Vergabe der Medaillen die ersten zentralen Schweizer Berufsmeisterschaften „Swiss Skills Bern“. Vier Tage lang kämpften an die 1000 Jugendliche in rund 70 Berufen um die Schweizer Meistertitel. Dabei reichte das Spektrum der Wettkämpfer vom Automobil-Mechatroniker über Landwirte hin bis zum Seilbahn-Mechatroniker und zum Wohntextilgestalter. Im Bereich der Forst- und Holzwirtschaft nahmen Auszubildende aus mehr als einem Dutzend Lehrberufen teil: vom Parkettleger über Forstpraktiker, Geigen- und Bootbauer (Foto), Holzbildhauer bis zum Küfer und natürlich Säger, Schreiner und Zimmerleute. Å Å www.swissskillsbern2014.ch Insgesamt wurden 155 000 Besucher zur „Swiss Skills Bern“ auf dem Gelände der „Bernexpo“ gezählt – erwartet worden waren sogar mehr als 200 000 Foto: Swiss Skills Bern 2014


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