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HZ_40_2014

Seite 950 · Nummer 40 · Holz-Zentralblatt Nachrichten Donnerstag, 2. Oktober 2014 »Abenteuerliche Behauptungen« FSC-Deutschland fordert von Politik mehr staatliche Unterstützung für sich PEFC soll nicht mehr als Nachhaltigkeitsnachweis anerkannt werden Fon 00 49(0)7 11/75 91-2 81 (Redaktionssekretariat: Christine Blankenhorn) Redaktions-Adresse: Postfach 10 01 57, 70745 Leinfelden-Echterdingen GERMANY Redaktionsbüro Ostwestfalen-Lippe: Carsten Krüger, Pöppelmannwall 8, 32052 Herford, Fon 00 49(0)52 21/2 75 69 77, Fax 00 49(0)52 21/2 75 69 78, E-Mail: ckrueger@drw-verlag.de Redaktionsbüro Österreich: Dipl.-Ing. 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KG Fasanenweg 18 70771 Leinfelden-Echterdingen/GERMANY Postanschrift: Postfach 10 01 57 70745 Leinfelden-Echterdingen/GERMANY Internet: http://www.holz-zentralblatt.com E-Mail: Redaktion: hz-red@holz-zentralblatt.com Anzeigen: hz-anz@holz-zentralblatt.com Abo-Service: hz-abo@holz-zentralblatt.com Fon und Fax: Vorwahl: 00 49(0)7 11 Redaktion: Fon 75 91-0, Fax -2 67 Anzeigenleitung: Fon 75 91-2 50, Fax -2 66 Leitung Anzeigenverwaltung: Fon 75 91-2 60, Fax -2 66 Anzeigenannahme: Fon 75 91-2 55/-2 56/-2 57/-3 01, Fax -2 66 Abo-Service: Fon 75 91-2 06/-2 46, Fax -3 68 Fachbuch-Service und Buchbestellungen: Fon 75 91-2 06/-3 00, Fax -3 80 E-Mail: buch@drw-verlag.de Kalenderabteilung: Fon 75 91-2 70, Fax -3 80 bedingt die Meinung der Herausgeber und der Redaktion wieder. Alle in dieser Zeitschrift erscheinenden Beiträge, Fotos und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. 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Michael Ißleib (ib) ● Dipl.-Holzwirt Karsten Koch (kk) ● Assessor des Forstdienstes Josef Krauhausen (jk) ● Dr. Markus Maesel (mae) ● Dipl.-Holzwirt Leonhard Pirson (pn) ● Assessor des Forstdienstes Ulrich Schwill (us) ● Dipl.-Kfm. Karl Wildermuth (wi) Erscheinungsweise: wöchentlich am Freitag Bezugspreise (einschließlich der Beilage „B+H – Bauen + Holz“ sowie jährlich sieben Magazinen) in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz wöchentlich 5,35 Euro, im übrigen Ausland 5,35 Euro plus 1,95 Euro Porto. Luftpostzuschlag auf Anfrage. Bezugspreis für Studenten (gegen Vorlage einer Studienbescheinigung) 4,28 Euro. Druck: Pressehaus Stuttgart Druck GmbH Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart/GERMANY Anzeigenpreise: Millimeter-Grundpreis pro Spalte (45 mm breit) 4,40 Euro, für Stellengesuche 3,20 Euro. Es gilt die Preisliste Nr. 53 vom 1. 10. 2013 Anzeigenschluss: Dienstag, 12 Uhr Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernehmen die Herausgeber, die Redaktion und der Verlag keine Haftung. Es besteht auch kein rechtlicher Anspruch auf deren Veröffentlichung. Namentlich gekennzeichnete Beiträge von Fremdautoren geben nicht in jedem Fall un- Angeschlossen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW). Mitglied im Fachverband Fachpresse im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e. V. Anlässlich des diesjährigen „FSC-Fridays“ am 26. September hat der FSCDeutschland, gestützt auf jeweils einen Vertreter bzw. eine Vertreterin des Nabu, des Fachverbandes der Kartonverpackungen sowie der Grünen und der SPD eine Bevorzugung des FSC gegenüber dem PEFC gefordert. Insbesondere vom Staat wird eine Bevorzugung gefordert, und zwar der FSC-Zertifizierung im Wald und von FSC-zertifizierten Produkten beim Einkauf. Für den Präsidenten des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Olaf Tschimpke, gibt es zum FSC keine Alternative, wie FSC-Deutschland schreibt. Auch wenn der FSC in einigen Teilen der Welt weiter seine Standards verbessern müsse und keineswegs unumstritten sei, bleibe es das einzige Zertifikat, das sowohl die sozialen Verhältnisse verbessere als auch den Verlust natürlicher Wälder aufhalten könne. Der PEFC mit seinen geringen Umwelt- und Sozialstandards, so Tschimpke, sei für den Na- bu keine Alternative. Nach Ansicht des Vorsitzenden von FSC-Deutschland, Dirk Riestenpatt, sollte die Politik Anreize für Waldbesitzer schaffen, sich nach FSC zertifizieren zu lassen. Dies könne etwa durch gezielte Unterstützung von FSC-Produkten bei der Vermarktung geschehen. Außerdem will Riestenpatt, dass die Bundesregierung bei ihrem Einkauf nicht länger PEFC als Nachweis nachhaltiger Forstwirtschaft wertet. Eher indirekt unterstützt auch Harald Ebner, der forstpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, die Forderung von FSC-Deutschland. Er nennt es richtig und wichtig, dass gerade Bundesländer mit grüner Regierungsbeteiligung ihre Staatswälder nach FSC zertifizieren lassen. Ebner in der Mitteilung des FSC-Deutschland weiter: „Für eine wirklich nachhaltige Waldpolitik sind die Kriterien des FSC ein wichtiger Wegweiser.“ Für Petra Crone, die wald- und forstpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, ist FSC das einzige Zertifikat, das den Forstbetrieb und damit den Waldbesitzer ernsthaft in die Pflicht nimmt, seiner Verantwortung gegenüber seinen Waldarbeitern und Förstern gerecht zu werden, so teilt FSCDeutschland mit. Warum sich die Hersteller von Getränkekartons für den FSC und gegen den PEFC engagieren, erklärt in der Mitteilung des FSC-Deutschland der Geschäftsführer des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel, Michael Brandl: „Die anspruchsvollen Standards und die Beteiligung aller relevanten Interessengruppen waren für uns die entscheidenden Argumente, uns für den FSC und gegen das konkurrierende PEFCZertifikat zu entscheiden.“ Einen ähnlichen Vorstoß zur eigenen Aufwertung und zur Abwertung der PEFC-Zertifizierung hatte FSCDeutschland gegenüber der Bundespolitik bereits Anfang Dezember letzten Jahres unternommen (vgl. Holz-Zentralblatt Nr. 51/52, vom 20. Dezember 2013, S.1255). Å Å Kommentar Die Anti-PEFC-Aktion des FSCDeutschland (vgl. Beitrag „FSCDeutschland fordert von Politik mehr staatliche Unterstützung für sich“) ist unfair, nervig, verwunderlich und gefährlich. Diese Aktion ist geeignet, Menschen zu verunsichern, die sich für Holz aus nachhaltigen Quellen interessieren. Die Leistungen des PEFC bzw. der PEFC-Zertifizierung kleinzureden, ist schon ein starkes Stück. Die vom FSC-Deutschland dazu weitergegebenen Aussagen seiner Unterstützer dazu sind mindestens unfair und in einigen Punkten schlicht falsch. Falls jemand tatsächlich glauben sollte, dass PEFC ein Schein- oder ein Mogel- Zertifikat ist, vor dem gewarnt werden müsste, dem sei dringend empfohlen, sich seine ideologische Brille zu putzen, um die Welt wieder objektiver wahrzunehmen. Fehlt es dem FSC-Deutschland und seinen Unterstützern an Wissen oder ist für sie beim Thema nachhaltige Forstwirtschaft Ideologie wichtiger als Fakten? Nervig ist dieser Vorstoß des FSCDeutschland, weil er keine neuen Argumente vorlegt. Es ist nur wieder die alte Leier: Die Naturschutzverbände unterstützen den FSC und mögen den PEFC nicht. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen den PEFC- und FSC-Standards. Doch diese Unterschiede sind tatsächlich zum allergrößten Teil nur noch von wenigen Fachleuten wirklich erklärund begründbar. Und es gibt auch Beispiele dafür, dass die PEFC-Standards höher sind als die des FSC. Also was soll dieser Vorstoß? Der Ruf des FSC-Deutschland nach der Politik und letztlich nach dem Staat ist deshalb verwunderlich, weil er dem ursprünglichen Ansatz der Zertifizierung widerspricht. Zertifizierung war im Waldbereich vor gut 20 Jahren als Möglichkeit gesehen worden, nachhaltige Forstwirtschaft voranzubringen, und zwar vor allem dort, wo die Staaten bei dieser Aufgabe versagen. Freiwilligkeit und die Instrumente des Marktes sollten Fortschritte bringen, wo die staatliche Ordnung zu schwach ist. Will FSC-Deutschland mit seinem Ruf nach staatlichen Maßnahmen in Deutschland vor allem nachhaltige Forstwirtschaft fördern? Oder soll der Staat helfen, weil FSC für viele Waldbesitzer in Deutschland relativ uninteressant ist? Der Wettbewerb im Zertifizierungsmarkt ist sicherlich sinnvoll, wenn es etwa um Mitgliedsbeiträge, Zertifizierungskosten, neue Zertifikate und neue Unterstützer geht. Aber im Sinne der Ausbreitung und Unterstützung nachhaltiger Forstwirtschaft ist es gefährlich, wenn Verbraucher und Politiker beim Thema nachhaltige Forstwirtschaft einen Streit wahrnehmen, den sie inhaltlich nicht verstehen können. Durch das vom FSC-Deutschland in der Öffentlichkeit gezeichnete Zerrbild der Forst- und Holzzertifizierungen wird die Unsicherheit der Verbraucher, die nachhaltig produziertes Holz einkaufen wollen, nicht kleiner, sondern größer. Kann die egoistisch motivierte Differenzierung im Spitzenfeld nachhaltiger Forstwirtschaft so wichtig sein, dass man Nachfrager verunsichert, die mit ihrem Einkauf Nachhaltigkeit unterstützen wollen? Josef Krauhausen Die Mehrheit der Anwohner (57 %) ist gegen die Einrichtung eines Nationalparks im nordbayrischen Steigerwald. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Gerhard Eck, Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“, im Rahmen einer Pressekonferenz am 25. September in Rauhenebrach vorstellte. Laut Forsa wurden 1001 Bewohner der Region Steigerwald zunächst gefragt, aus welchen Gebieten Holz für Holzprodukte idealerweise bezogen werden sollte. 37 % der Befragten sprachen sich dafür aus, dass das Holz aus Bayern bezogen werden sollte. 26 % nennen Deutschland, 14 % Europa als bevorzugte Herkunftsregion. 18 % der Befragten – insbesondere den Jüngeren – ist die Herkunft des Holzes egal. Die Aussage „Es sollten auch dann mehr Naturschutzgebiete eingerichtet werden, wenn dafür weniger Holz aus Deutschland genutzt werden könnte“ unterstützten 51 % der Befragten, 39 % waren dagegen. Konkret nach der Ein- richtung eines Nationalparks im Steigerwald befragt, sprach sich jedoch eine Mehrheit (57 %) der Bewohner der Region, in der bereits ein Naturpark etabliert ist, gegen einen Nationalpark aus. Eine große Mehrheit (83 %) ist der Meinung, dass die Bürger der betroffenen Gemeinden durch einen Bürgerentscheid über die Einrichtung eines Nationalparks entscheiden sollten. „Die Ergebnisse sind für unsere Branche eine wichtige Botschaft. Deshalb sollten wir ein für alle Seiten verträgliches Konzept in der Region entwickeln“, kommentiert Lars Schmidt, Generalsekretär des Bundesverbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH). Auch Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR), sieht die Notwendigkeit gemeinsam Konzepte für die Nutzung und den Schutz des Steigerwaldes zu entwickeln. „Hier bietet der Naturpark für uns die besten Vorraussetzungen“. Privatwaldvertreter kritisieren Vorstoß der Landwirtschaftsministerkonferenz Mit scharfen Worte kritisieren die Betriebsleiterkonferenz* (BLK) und der Initiativkreis Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse** (IK) den Vorstoß der Landwirtschaftsministerkonferenz für eine gesetzliche Regelung zum Erhalt des Einheitsforstamtes (vgl. Holz- Zentralblatt Nr. 37 vom 12. September 2014). Sie sehen in den Stellungnahmen verschiedener Interessenvertretungen zum Kartellverfahren gegen das Land Baden-Württemberg eine Diskreditierung der deutschen Privatforstbetriebe. Das Bundeskartellamt hat die gemeinsame Organisation von Kleinprivatwald, Kommunalwald und Staatswald unter dem Dach der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg als unvereinbar mit dem deutschen Wettbewerbsrecht bezeichnet und ultimativ eine Reform der Einheitsforstverwaltung südwestdeutscher Prägung verlangt. Es steht zu erwarten, dass nach diesem Beschluss auch die Bewirtschaftung des Kleinprivat und Kommunalwaldes in anderen Bundesländern mit Einheitsforstverwaltung auf den Prüfstand gerät. Genau dies fordern Wettbewerber auf dem Markt für Dienstleistungen bereits seit vielen Jahren, so die Betriebsleiterkonferenz (BLK) und Initiativkreis Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse (IK) in einer gemeinsamen Erklärung. Weiter heißt es: „Nachdem es den Betroffenen nicht gelingen konnte, das Bundeskartellamt von der Zukunftsfähigkeit des alten Status Quo zu überzeugen, soll nun über eine Änderung des Bundeswaldgesetzes eine Zementierung der Einheits- bzw. Gemeinschaftsforstverwaltung erreicht werden. So jedenfalls lautet der über die Agrarministerkonferenz eingereichte Antrag des Landes Rheinland-Pfalz. Die Unterstützer des Antrages scheuen auch vor abenteuerlichen Behauptungen nicht zurück. So behauptet die rheinland pfälzische Landwirtschaftsministerin allen Ernstes, nur das Gemeinschaftsforstamt könne die gesellschaftlichen Aufgaben der Wälder zum Schutz des Klimas, des Wassers, der Artenvielfalt, zur Umweltbildung und Erholung auch in Zukunft sichern.‘ Ähnlich die Branchengewerkschaft BAU, die befürchtet ‚mit der Zerschlagung der einheitlich strukturierten und gut funktionierenden Forstverwaltung droht künftig wesentlich mehr kurzfristiges Profitdenken, Billiglohn und weiterer Personalabbau.‘“ Die Verfechter der Einheitsforstverwaltung zeichnen nach Ansicht der BLK und IK ein einseitiges, in keinster Weise der Realität der deutschen Forstwirtschaft gerecht werdendes Bild. Sie würden unterschlagen, wider besseres Wissen, dass in den Ländern ohne Einheitsverwaltung wie Schleswig-Holstein, Niedersachsen oder Bayern, die Vertreter der Waldeigentümer mit den Forstbehörden gut zusammenarbeiten und dadurch einen anerkannt hohen Standard der Forstwirtschaft sicherstellen. Gerade Bayern habe gezeigt, wie man mit den richtigen Weichenstellungen die Beschäftigungszahlen im Wald erhöhen kann. Nicht vergessen werden sollte, dass die bayerische Forstreform gerade beim Kleinprivatwald zu einem enormen Motivationsschub und erheblicher forstpolitischer Einflusssteigerung geführt habe. Vor allem aber werde unterschlagen, dass private Erwerbsforstbetriebe, die älter als alle Staatsforstverwaltungen seien, seit Jahrhunderten zum Wohle ihrer Eigentümer wie auch ihrer Mitarbeiter und der den Wald nutzenden Bevölkerung nachhaltig mit bestem Erfolg wirtschaften. Gleiches gelte für die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und die freien Forstdienstleister, die viele private und kommunale Waldungen in ganz Deutschland beförstern. Zudem seien es gerade die privaten Forstbetriebe gewesen, die von der Geburtsstunde vor etwa 65 Jahren bis heute die Grundsätze der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) geprägt und weiterentwickelt haben. Viele Landesforstverwaltungen hätten diese Grundsätze später in ihre Leitbilder übernommen. Die BLK und der IK fordern alle an der Diskussion Beteiligten wie auch die von Reformen Betroffenen auf, sich vorbehaltlos mit der Situation in Ländern ohne Einheits- oder Gemeinschaftsforstverwaltung zu befassen. Politiker fordern sie auf, „nicht länger so zu tun, als müssten Privatautonomie und fairer Wettbewerb auf Holz- und Forstdienstleistungsmärkten vor den Toren des Waldes aufhören.“ * Im BLK sind 55 private Erwerbsforstbetriebe mit eigener Betriebsleitung mit etwa 430 000 ha Waldfläche organisiert. ** Der IK ist ein informeller Verbund von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Er vertritt knapp 54 000 Waldeigentümer mit einer Fläche von mehr als 550 000 ha.


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