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HZ_40_2014

Seite 970 · Nummer 40 · Holz-Zentralblatt Nachrichten Donnerstag, 2. Oktober 2014 CO2-Emissionen im Jahr 2013 um knapp 2 % rückläufig Bei Zielverfehlung droht Erhöhung der CO2-Abgabe Die CO2-Statistik der Schweiz für das Jahr 2013 weist im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Emissionen aus Brennstoffen um 1,7 % aus. Auch die Emissionen aus dem Verbrauch von Treibstoffen haben leicht abgenommen. Trotzdem liegen die Brennstoffemissionen noch deutlich über den Zwischenzielen des Jahres 2014, wenn eine Erhöhung der CO2-Abgabe ab 2016 vermieden werden soll. Mit der jährlichen CO2-Statistik überprüft das Bundesamt für Umwelt Bafu, wie sich die CO2-Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen entwickeln. Damit die Jahre statistisch vergleichbar sind, wird der Einfluss des Winterwetters auf den Heizöl- und Gasverbrauch mittels der sogenannten Witterungsbereinigung rechnerisch ausgeglichen. Die am 14. Juli veröffentlichte CO2- Statistik für das Jahr 2013 zeigt, dass sich der CO2-Ausstoß aus dem Verbrauch von Brennstoffen zwischen 2012 und 2013 deutlich erhöht hat (+5,4 %). Diese Erhöhung ist auf die relativ kühle Witterung des Jahres 2013 und den entsprechend großen Heizbedarf zurückzuführen. Witterungsbereinigt ist gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme um 1,7 % zu beobachten, womit sich der Trend der letzten Jahre fortsetzt. Obwohl die Verkehrsleistung nach wie vor zunimmt, haben sich die CO2-Emissionen aus fossilen Treibstoffen nach 2008 stabilisiert oder sind leicht zurückgegangen; im vergangenen Jahr um 0,4 %. Dieser Effekt, der auf die verbesserte CO2-Effizienz neuer Personenwagen zurückzuführen ist, muss sich in den nächsten Jahren weiter verstärken, damit die Zielwerte erreicht werden. Im Vergleich zu 1990 liegen die CO2-Emissionen aus Treibstoffen 2013 um 12,4 % höher als 1990, diejenigen der witterungsbereinigten Brennstoffe dagegen 19,3 % tiefer als 1990. Der witterungsbereinigte Verlauf der CO2-Emissionen aus Brennstoffen ist für die Anpassung der CO2-Abgabe auf Brennstoffe maßgebend, die heute 60 CHF/t CO2 beträgt. Der nächste Erhöhungsschritt tritt auf 2016 ein, wenn die für das Jahr 2014 definierten Zwischenziele nicht erreicht werden. Liegen die CO2-Emissionen aus Brennstoffen 2014 über dem Schwellenwert von 76 % der 1990er-Emissionen, steigt die CO2-Abgabe auf 72 CHF; wird der Schwellenwert von 78 % verfehlt, auf 84 CHF/t CO2. Im Jahr 2013 lag der maßgebliche Wert mit 80,7 % der Emissionen des Jahres 1990 noch deutlich über den Schwellenwerten, die im laufenden Jahr erreicht werden sollten, damit keine Erhöhung der CO2-Abgabe per 1. Januar 2016 notwendig wird. Mit dem Inkrafttreten des revidierten CO2-Gesetzes und dem Start der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls am 1. Januar 2013 wurden einige Revisionen an der Erhebung der CO2-Statistik notwendig. Diese betreffen einerseits die zugrunde liegenden Daten der Energiestatistik, andererseits die Methode der Witterungsbereinigung. Die Witterungsbereinigung hat zum Ziel, den durch die unterschiedlich kalten Wintermonate verursachten Mehr- oder Minderverbrauch an Heizenergie zu bestimmen und auf eine mittlere Witterung umzurechnen. Als Maß wurden bis zur letzten CO2- Statistik für das Jahr 2012 alleine die sogenannten Heizgradtage verwendet. Als solche gelten alle Tage, an denen die Temperatur unter 12 ° C blieb. Neu bezieht die Witterungsbereinigung auch die Strahlungswerte während der Wintermonate ein (für gut isolierte Häuser eine wichtige Bestimmungsgröße des Brennstoffverbrauchs). Referenzpunkt bildet das Jahr 1990, auf das die Zeitreihe normiert ist; d. h. dass in diesem Jahr die effektiven und die witterungsbereinigten Emissionswerte gleich sind. Die Methodik der Witterungsbereinigung entspricht derjenigen der Gesamtenergiestatistik. Bezahlbare Energiewende 20. Herbstseminar anlässlich der »Bau-Holz-Energie«-Messe Wie ist es möglich, die Energiewende zu realisieren und gleichzeitig eine für alle Verbraucher bezahlbare Energieversorgung sicherzustellen? Am Herbstseminar im November in Bern zeigen Experten aus Politik, Forschung und Wirtschaft Lösungen auf. Auf dem 20. Herbstseminar am Eröffnungstag der Schweizer „Bau- Holz- Energie“-Messe am 13. November in Bern treffen sich Planer und Architekten, Bauherrschaften und Energieberater, Vertreter der öffentlichen Hand und der Baubranche, um sich über Möglichkeiten und Maßnahmen einer für alle bezahlbaren Energiewende zu informieren und um angebotene Lösungen kritisch zu begutachten. Einen ersten Input über die Herausforderungen der Energiestrategie 2050 des Bundes gibt Bundesrätin und „Energieministerin“ Doris Leuthard gleich zum Auftakt des Herbstseminars. Barbara Egger-Jenzer, Regierungsrätin und „Energieministerin“ des Kantons Bern, legt anschließend dar, weshalb der Kanton Bern in Sachen Energiewende als Pionierkanton gelten darf. Nach diesen ersten Referaten wird die „Bau-Holz-Energie“- Messe von den beiden Politikerinnen und von Dr. Herbert Binggeli, dem Rektor der Berner Fachhochschule BFH, offiziell eröffnet. Es ist bereits das 13. Mal, dass diese Messe mit rund 400 Ausstellern eine breite Informationsplattform für alle bauverwandten Themen bietet. Erwartet werden an den vier Messetagen rund 20 000 Besucher. Im weiteren Verlauf des Vormittags geht es ums Wohnen, Bauen und Sanieren unter dem Aspekt der Energiewende. Was die Energiewende für die Wohnungspolitik bedeutet, erläutert Dr. Ernst Hauri, Di- rektor des Bundesamts für Wohnungswesen. Zu Wort kommt danach der Zuger Regierungsrat, Baudirektor und Minergie Präsident Heinz Tännler. Er wird über neue Ansätze im mittlerweile in der Schweiz weit verbreiteten Label „Minergie“ informieren. Was der neue Begriff „Green Building“ bedeutet, erläutert der Ingenieur Stephan Wüthrich, Vorstandsmitglied des Vereins Green Building Schweiz. Eine Podiumsdiskussion mit den Referenten schließt den Vormittag ab. Blick über Grenzen Die Energiewende ist auch in Deutschland ein großes Thema. Wie sie dort möglichst kostengünstig realisiert werden soll, ist ein Thema am Nachmittag. Grenzen müssen auch überschritten werden, wenn die 2000-Watt-Gesellschaft realisiert werden soll. Thomas Blindenbacher, Leiter der Fachstelle 2000-Watt-Gesellschaft in Zürich, berichtet über Umsetzung und neue Impulse. René Zahnd und Christian Kündig, zwei Bauchfachleute der Implenia, zeigen, wie die Energiewende in der Siedlung „Schorenstadt“ in Basel konkret umgesetzt wurde. Prof. Hanspeter Eicher, Verwaltungsratspräsident der Berner Planungsfirma Eicher+Pauli, befasst sich mit dem für die Energiewende wichtigen Einsatz von Wärme- und Kältenetzen. Der Physiker und Bauphysiker Prof. Wolfgang Feist, der als Vorreiter und international anerkannter Experte des Passivhaus-Standards gilt, informiert schließlich über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet in Europa. Wie am Herbstseminar üblich, besteht am Schluss die Möglichkeit, das Gehörte mit Fragen und Diskussionen zu vertiefen. Domat/Ems: Warten auf Sägewerk Liberales und innovationsfreudiges Normenwesen kommt unter (europäischen) Druck Lignum: WWF argumentiert unseriös Schweizer Waldschutz-Leistungen werden international hoch bewertet Der WWF monierte Mitte September, die Leistungen der Schweiz mit Blick auf die Umsetzung der EU-Holzhandelsverordnung EUTR seien ungenügend. Aus Sicht der Holzbranche ist dieser Vorwurf doppelt unseriös. Zum einen sei die Schweiz gar nicht Teil der Staatengemeinschaft, welche die EUTR eingeführt hat. Zum andern sei es gerade den Umweltverbänden zu verdanken, dass die Schweiz beim Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag mit ihrer Deklarationspflicht einen eigenen Weg gegangen ist, so Christoph Starck, Direktor der Lignum Holzwirtschaft Schweiz. „Auf Betreiben der Umweltverbände hat die Schweiz vor wenigen Jahren eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte eingeführt – im Wissen darum, dass die EU kurz darauf eine eigene Regelung in Kraft setzen würde, eben die EU-Holzhandelsverordnung EUTR“, sagt Christoph Starck, Direktor von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz. „Es war von Anfang an klar, dass sich die Schweiz mit ihrer eigenen, von grüner Seite durchgedrückten Regelung ins europäische Abseits manövrieren würde,“ so Starck. Aus Sicht der Holzbranche ist der Vorwurf doppelt unseriös. Zum einen sei die Schweiz gar nicht Teil der Staatengemeinschaft, welche die EUTR eingeführt hat. Zum anderen sei es gerade den Umweltverbänden zu verdanken, dass die Schweiz beim Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag mit ihrer Deklarationspflicht einen eigenen Weg gegangen ist, so Christoph Starck, Direktor der Lignum Holzwirtschaft Schweiz. „Es war von Anfang an klar, dass sich die Schweiz mit ihrer eigenen, von grüner Seite durchgedrückten Regelung ins europäische Abseits manövrieren würde“, so Starck. „Die Holzbranche hat mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Deklaration von Holzart und Holzherkunft, wie sie die geltende Schweizer Deklarationspflicht seit 2012 fordert, inkompatibel ist mit dem Regime der EU-Holzhandelsverordnung EUTR, die illegal geschlagenem Holz den Marktzutritt verwehrt“. „Die Holzbranche selber hat vorgeschlagen, die EUTR für die Schweiz zu übernehmen, und hat nach der kurzsichtigen Einführung der Schweizer Holz-Deklarationspflicht unverzüglich das Gespräch mit dem Bund gesucht, um eine zur EUTR analoge Gesetzgebung im Rahmen der kommenden Vorlage zur Revision des Umweltschutzgesetzes ins Leben zu rufen,“ ergänzt Starck. „Dass eine EUTR-kompatible Gesetzgebung in der Schweiz diesen steinigen Umweg machen muss, geht auf die Umweltverbände zurück, nicht auf die Holzbranche. Deshalb ist es billig, jetzt unserem Land vorzuwerfen, es dümple am Ende der Liste, was die EUTR-Umsetzung angehe“, sagt Starck. „Die Öffentlichkeit wird mit dieser Aussage, die Äpfel und Birnen durcheinanderwirft, hinters Licht geführt. Dies umso mehr, als nebulös mit den ‚Waldschutz Leistungen‘ argumentiert wird. Die Schweizer Waldgesetzgebung und deren Umsetzung sind anerkanntermaßen international führend. Der Schweizer Wald wird traditionell nachhaltig bewirtschaftet.“ „Kommt dazu, dass die Branche ihre Hausaufgaben mit der Umsetzung der Deklarationspflicht gemacht hat“, schließt Starck. „Bei Kontrollen des Eidgenössischen Büros für Konsumentenfragen fand sich 2013 bei 96 % der überprüften Produkte eine korrekte Deklaration der Holzart und bereits bei 71 % der betroffenen Produkte eine richtig ausgewiesene Holzherkunft. Das ist, so kurz nach der Einführung des Regimes eine beachtliche Leistung, und hat deshalb erst kürzlich Lob seitens des Bundes erhalten.“ Im bündnerischen Domat/Ems ist das einzige Beispiel einer geförderten Sägewerksansiedlung in der Schweiz gescheitert: Das im Oktober 2007 von Stallinger eröffnete, auf etwa 700 000 Fm Einschnitt ausgelegte Sägewerk wurde Ende 2008 von Mayr-Melnhof übernommen, und Ende 2010 abgestellt (Konkurs). Im Juni 2011 hat dann Klausner Holz Thüringen die Maschinen um 20,05 Mio. CHF (etwa 16,7 Mio. Euro) ersteigert; diese werden nun in Florida weiterverwendet. Im September 2011 ersteigerte die Holzindustrie Pfeifer (Imst, AT) das Baurecht (21,5 ha) und die Werkshallen. Seit jenem Zeitpunkt hoffen Gemeinde, Kanton und Waldbesitzer, dass Pfeifer in Domat/Ems ein Sägewerk in vernünftigerer Größe (die Rede ist von 300 000 Fm, Starkholz) bauen würde. Die Standortgemeinde Domat/Ems reagierte im April 2014 auf die Absicht Pfeifers, erst mal andere holzverarbeitende Betriebe anzusiedeln (die helfen würden, den Baurechtszins von 29 166 CHF/24 300 Euro pro Monat zu bezahlen). Für die Sägewerksansiedlung wurden seinerzeit etwa 10 ha Wald gerodet, mit der Rodungsbewilligung kam aber die Auflage, dass keine andere Areal- Nutzung als „Holzverarbeitung“ toleriert würde. Die Gemeinde pocht darauf, dass damit vor allem ein Sägewerk gemeint sei, und sie will keinen Holz- Cluster ohne Sägewerk riskieren. Sie erklärte deshalb am 7. April das Sägewerksgelände zu einer Planungszone. Diese Zone gilt für zwei Jahre, und in dieser Zeit kann dort nicht gebaut werden – wogegen Pfeifer Rechtsmittel eingelegt hat. Die Bündner Regierung hat die Beschwerde anfangs September abgewiesen. Pfeifer-Geschäftsführer Ewald Franzoi nahm am 5. September dazu im Bündner Tagblatt Stellung: „Pfeifer hat das Baurecht nicht erworben, um kein Sägewerk zu bauen“. Voraussetzung sei jedoch politische Unterstützung, aber nicht in Form von Geld und Subventionen. Thema sind langfristige, verbindliche Lieferverträge, wettbewerbsfähigere Strukturen in der Forstwirtschaft (überwiegend Gemeindewald) und eine bessere Wald-Erschließung. Fagus Jura: Bauen mit Buche Im Mai 2014 haben Nordwestschweizer Waldbesitzer-Organisationen zusammen mit dem Laubholz-Sägewerk Corbat Holding SA die Unternehmung „Fagus Jura SA“ gegründet, um in Vendlincourt Hochleistungs-Bauelemente aus Buche herzustellen. Das Produktionscenter für Buchen-Leimholz soll ab 2016 im Zweischichtbetrieb etwa 20 000 m³/a Leimholzprodukte und Bauelemente aus Schweizer Buche herstellen. Laut Patrick Corbat (Corbat Holding AG) wird für den Projekterfolg entscheidend sein, die gegenüber Fichte/ Tanne arbeitsintensiveren Prozesse in den Griff zu bekommen, damit der Preis für Buchen-BSH im Rahmen bleibt. Und betreffend Klebstoffeinsatz und Delaminierungsproblematik gebe es noch Forschungsbedarf. Vorteilhaft war in der Schweiz bis jetzt die Normen-Situation: Die ersten Buchen-BSH-Träger wurden vor mehr als 20 Jahren eingebaut. Hybrid-Träger Fichte/Buche und Fichte/Esche sind auch seit Jahren möglich, wie vor allem die neue Holzbau AG (www.neueholzbau. ch) in Lungern zeigt. Das gerade im Vergleich zu Deutschland wesentlich liberalere und innovationsfreudigere Normenwesen kommt aber leider unter (europäischen) Druck. Biodiversität: Ziel noch nicht ganz erreicht Waldreservate in der Schweiz sollen bis 2030 rund 10 % der Waldfläche erreichen Rund 4,8 % der Schweizer Waldfläche sind heute Reservate. Damit ist das Ziel, das sich Bund und Kantone für 2030 gesetzt haben, knapp zur Hälfte erreicht. Neue Karten des Bundesamts für Umwelt zeigen, dass die für die Biodiversität wichtigen Reservate noch unregelmäßig über das Land verteilt sind. Zudem sind einige Waldtypen bisher kaum vertreten. Waldreservate tragen zum Schutz des Waldes als natürliches Ökosystem bei und dienen der Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt. In der Schweiz sind heute mit rund 58 000 ha 4,8 % der Waldfläche Reservate. Die Fläche hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, wie der Bericht des Bundesamts für Umwelt (Bafu) festhält. Damit ist knapp die Hälfte des von Bund und Kantonen anvisierten Ziels von 10 % bis 2030 erreicht. Waldreservate sorgen für eine ökologische Vielfalt, die im bewirtschafteten Wald nicht in der ganzen Bandbreite vorkommt. In Naturwaldreservaten wird ganz auf forstliche Eingriffe ver- zichtet, damit sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann; in Sonderwaldreservaten wird gezielt eingegriffen, um ökologisch wertvolle Lebensräume aufzuwerten und bedrohte Arten zu fördern. Reservate sind ein wirkungsvolles Instrument, um die Biodiversität nachhaltig zu fördern. Denn in ihnen sind alle ökologischen Nischen vorhanden – für licht- und wärmeliebende Arten, z. B. Waldschmetterlinge, genauso wie für Arten, die auf alte oder abgestorbene Bäume, sogenanntes Totholz, angewiesen sind, wie etwa der Dreizehenspecht. Etwa ein Viertel aller im Wald lebenden Arten benötigt solches Totholz. In der Schweiz sind über 2 700 Großpilze und über 1700 Käferarten darauf angewiesen, viele von ihnen sind bedroht oder gebietsweise bereits ausgestorben. In und auf abgestorbenem Holz leben auch bestimmte Moose, Flechten, Vögel, Fledermäuse, Reptilien und Amphibien. Obwohl die Fläche markant zugelegt hat, weist das Reservatsnetz immer noch Lücken auf – vor allem im zentralen und westlichen Mittelland. Außerdem braucht es noch mehr großflächige Naturwaldreservate. Einige Waldtypen sind noch ungenügend oder gar nicht in den Reservaten vertreten, wie zum Beispiel eine Großzahl von Buchen-, Föhren und Tannenwäldern. In der Planung der Waldreservate sollen künftig vermehrt die Lebensraumansprüche der national prioritären Arten berücksichtigt werden. Waldreservate sind ein Element der „Strategie Biodiversität Schweiz“, die der Bundesrat 2012 verabschiedet hat. Eines von zehn Zielen ist die Schaffung einer ökologischen Infrastruktur, die sicherstellen soll, dass ausreichend große, für die Biodiversität wichtige Lebensräume geschützt und miteinander vernetzt werden. Der Bund wird deshalb auch im Rahmen des Aktionsplans „Strategie Biodiversität Schweiz“ und bei der Umsetzung der Waldpolitik 2020 einen Schwerpunkt auf die Schaffung von zusätzlichen Waldreservaten legen, in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Waldeigentümern.


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