Page 23

HZ_40_2014

Donnerstag, 2. Oktober 2014 Holz und Kunst Nummer 40 · Holz-Zentralblatt · Seite 971 Die Utopie der (selbst gebauten) Flugmaschinen Ausstellung über Gustav Mesmer, den »Ikarus vom Lautertal« in Lausanne Im Zentrum einer Ausstellung in der Collection de l’Art Brut in Lausanne stehen die Utopien von Gustav Mesmer. Werke von sieben Künstlern aus aller Welt werden gezeigt, von Mesmer sind nebst Zeichnungen auch ganze Flugmaschinen aus Holz, Papier, Fahrradteilen usw. zu sehen. Gustav Mesmer kam als sechstes von zwölf Kindern 1903 in Altshausen/ Oberschwaben zur Welt. Er begann nach einem längeren Klosteraufenthalt eine Schreinerlehre, wurde aber wegen einer Störung des Gottesdienstes in der Dorfkirche in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Desinteresse der Verwandtschaft und behördliche Schlamperei verhinderten seine Entlassung, erst 1964 konnte er in einem Heim der Diakonie in Butttenhausen (nahe Reutlingen) ein selbstbestimmtes Leben führen. Er sorgte mit umfunktionierten Fahrrädern für Aufsehen, aus denen er mit abenteuerlichen Konstrukten aus Dachlatten, Kunststoffbahnen und weiteren Holzteilen Flugmaschinen zu bauen versuchte. Das gelang ihm nicht und über ein paar zufällige Hopser hinaus blieben diese Gebilde am Boden. Was er sich aber wohl nie erträumt hatte, ist die Tatsache, dass diese so akribisch wie auch unbeholfen gebastelten Apparate und die gleichzeitig zahlreich entstandenen Zeichnungen als eigenständige Kunstwerke entdeckt wurden. Er durfte im hohen Alter noch miterleben, wie seine Flugräder in Ausstellungen als „Outsider Art“ (Art Brut, unverbildete, rohe Kunst) präsentiert wurden, unter anderem in einer Werkschau im Schloss Altshausen und in der Erlebnisstation „Der Traum vom Fliegen“ anlässlich der Weltausstellung „Expo 1992“ in Sevilla. Der von der Bevölkerung „Ikarus vom Lautertal“ genannte Gustav Mesmer starb an Weihnachten 1994 und hinterließ der staunenden Nachwelt ein Werk, das Zeugnis ablegt von visionärer Kraft und unbändigem Gestaltungswillen. Die Ausstellung „L’Art Brut dans le Monde“ in Lausanne (Schweiz) ist noch bis 2. November zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten von Gustav Mesmer (Deutschland), Ni Tanjung (Bali), Giovanni Bosco (Sizilien), Antonio Roseno de Lima (Brasilien), Kashinat Chawan (Indien), Ezekiel Messou (Benin) und Anarqâq (Nunavut, Kanada). Zur Ausstellung erschien ein Katalog (Texte Französisch) mit zahlreichen Abbildungen und einer DVD mit Filmdokumenten zu den Künstlern. L’Art Brut dans le Monde. Hrsg. Lucienne Peiry. 136 S., Format 16,5 × 24 cm, broschiert. Lausanne 2014. Collection de l’Art Brut, Avenue des Bergières 11, 1004 Lausanne. Das Museum wurde durch eine bedeutende Schenkung des französischen Künstlers Jean Dubuffet 1975 gegründet, der sich seit 1947 um diese bislang wenig beachtete Kunstrichtung kümmerte. Gustav Mesmer, der Ikarus vom Lautertal: Das war sein Traum und es blieb ein Traum – Fliegen Foto: Stefan Hartmaier, Gustav Mesmer Foundation, Kirchentellinsfurt Ein Fluggerät von Gustav Mesmer, zusammengebaut aus einem Fahrrad, Latten und Plastikresten in der Ausstellung in Lausanne Foto: Charles von Büren, Bern Bundesrat will Schwarzarbeit besser bekämpfen Die bestehenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit sollen optimiert werden. Der Bundesrat hat Ende August das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beauftragt, bis zum kommenden Frühjahr eine Vernehmlassungsvorlage zur Revision des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit vorzulegen. Im Zentrum der geplanten Revisionsvorlage steht insbesondere ein erleichterter Daten- und Informationsaustausch zwischen den beim Kampf gegen die Schwarzarbeit beteiligten Behörden. Da Verdachtsmeldungen seitens anderer Behörden für die Kontrollorgane eine wichtige Grundlage für die Durchführung von Kontrollen bilden, soll außerdem das entsprechende Potenzial künftig besser genutzt werden. Der Bundesrat entschied zudem, die Pflicht der unterjährigen Meldung neuer Mitarbeitender an die Ausgleichkasse nicht abzuschaffen. HANS S BRÜGMANN ÜG GMBH G & CO. CO Schraubenfabrik Auf der Heide 8 21514 Büchen · Deutschland Tel. +49 (0) 4155 / 81 41-0 · Fax: -80 www.rampa.com · mail@rampa.de MUFFEN - SCHRAUBEN Exklusive Wohnungen im historischen Basel Parkettdielen von Hain für Sanierungsobjekt in Basel Ein Juwel inmitten der Basler Altstadt ist der Andlauerhof: Das bereits 1424 urkundlich erwähnte Gebäude zählt zu den markantesten Häusern der Stadt am Rhein. Umfassend renoviert und umgebaut erstrahlt der historische, denkmalgeschützte Andlauer Hof jetzt wieder in neuem Glanz und konnte vor einigen Monaten von seinen neuen Eigentümern bezogen werden. Die aufwendige Sanierung bewahrte einen bedeutsamen Teil der Basler Stadtgeschichte und schuf gleichzeitig achtzehn luxuriöse Wohneinheiten. Kreativität, Holz und Klebstoff vereint »Wood in Motion« – Hölzernes Kunstobjekt von Urs-P. Twellmann in Buchrain Am Eingang zur Niederlassung des Klebstoffherstellers Jowat Swiss AG in Buchrain werden Besucher und Mitarbeiter zukünftig durch die Holzskulptur „Wood in Motion“ des bekannten Schweizer Künstlers Urs-P. Twellmann begrüßt. Am 27. August 2014 übergab Dr. Hannes Frank, Mitglied des Aufsichtsrates der Jowat AG, Detmold, und ehemaliger Präsident des Verwaltungsrates der Jowat Swiss AG, Buchrain, das Kunstwerk „Wood in Motion“ der Öffentlichkeit. Kunst in die Jowat-Welt zu bringen, ist Dr. Hannes Frank, dem Stifter des Objektes, ein persönliches Anliegen. Der Künstler Urs-P. Twellmann brachte, über seine beeindruckende künstlerische Aussage hinaus, die besondere Verbindung zum Rohstoff Holz mit und erschuf sein Werk unter Verwendung der in Buchrain produzierten Jowat- Klebstoffe. Unterstützt wurde er dabei von der Holzbaufirma Blumer-Lehmann AG, Gossau, die bereits im Jahr 2008 das in Holzbauweise ausgeführte Firmengebäude der Jowat Swiss AG in Buchrain erstellte. „Herr Twellmann wurde uns empfohlen als bekannter Künstler, der sich praktisch ausschließlich mit dem Werkstoff Holz beschäftigt. Aus seinen Entwürfen haben wir gemeinsam das Objekt „Wood in Motion“ gewählt, weil es uns in seiner künstlerischen Aussage beeindruckt hat und darüber hinaus aus dem Werkstoff Holz unter Verwendung von Jowat-Polyurethan-Klebstoffen erschaffen wurde“, so erläuterte Dr. Hannes Frank die Motive für die Wahl von Künstler und Objekt. Um intensiv über Klebstoffe und die Anwendung zu informieren, veranstaltet das Unternehmen am 30. und 31. Oktober sowie am 6. und 7. November das „Jowat-Symposium“ in Detmold. Ein Highlight der ersten Veranstaltung ist die Verleihung des „Jowat-Klebstoff- „Wood in Motion“ – Brettschichtholz und Klebstoff in einem Kunstwerk vereint Forschungspreises“ . Mit viel Gespür für individuellen Luxus präsentiert sich im restaurierten Andlauerhof eine 5 ½ - Zimmer-Dachgeschosswohnung: Auf 262 m² Wohnfläche geht hier über den Dächern von Basel ein Wohntraum in Erfüllung. Die dank vieler Fenster und dreier Glasbänder im Giebelbereich lichtdurchflutete Wohnung mit Galerie ist in ihrer Flächendimension etwas ganz Besonderes und in Basel einzigartig. Die Wahl des Bodenbelags – Hain Eiche Primus clas- sic gebürstet weiß geölt – unterstreicht die gelungene Symbiose aus Lifestyle und modernem Wohnen, die sich in der großzügigen Dachgeschosswohnung widerspiegelt. Warme Farbtöne und natürliche Materialien stehen hier im Mittelpunkt: Neben der in der Möblierung dominierenden Farbe Weiß setzen die hellen Landhausdielen einen ruhigen Kontrapunkt und bieten genügend Raum für Gestaltungswünsche. Die Bewohner im Andlauerhof profitieren vom Bonacasa-Konzept, das einen eigenen Concierge-Service bietet, der jederzeit abrufbare Dienstleistungen anbietet. Für dieses „Zuhause-sein-Gefühl“ sorgen neben dem eigenen Wellnessbereich mit Sauna die eingebauten Naturböden: Das von dem Rotter Familienunternehmen Hain entwickelte Verfahren der Oberflächenbehandlung garantiert ein samtige, fußwarme Oberfläche. Die Veredelung mit natürlichen Ölen sorgt für eine strapazierfähige Nutzschicht und bewahrt gleichzeitig die Funktion des Holzes zur Verbesserung des Raumklimas. Verlegt wurden insgesamt rund 230 m² dreischichtige Eichendielen in den Abmessungen 2 000/2 200/ 2 400 × 160 × 15 mm mit einer Nutzschicht von 4 mm. Die Dielen mit Nut-/Federverbindung wurden vollflächig verklebt. Die Bauherrschaft Bonainvest engagiert sich im Zukunftsmarkt Wohnen mit Dienstleistungen und bezeichnet sich selbst als Marktführerin bei Entwicklung, Bau und Vermarktung von schwellenlosem, hindernisfreiem Wohnraum mit Services in der Schweiz. Offene Wohnraumgestaltung – geölte Landhausdielen in Eiche Foto: Markwalder


HZ_40_2014
To see the actual publication please follow the link above