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HZ_40_2014

Donnerstag, 2. Oktober 2014 Holzbau Nummer 40 · Holz-Zentralblatt · Seite 977 Umnutzung: Wohnen in der Schokoladenfabrik Umnutzung eines alten Fabrikgebäudes – Holz gibt historischer Architektur ein neues Gesicht In Volketswil, einer Gemeinde im Zürcher Oberland, wurde 1870 eine Spinnereifabrik gebaut. Im Laufe der Jahre kamen Erweiterungsbauten dazu, die Spinnerei wurde aufgegeben und ab 1933 die Gebäude zur Herstellung der damals bekannten Kraftnahrung Forsanose umgenutzt. Um 1970 wurde auch dieser Betrieb eingestellt. Die Erben konnten sich über die Zukunft des Areals nicht einigen, es wurde versteigert. Die neuen Besitzer ließen ein Projekt zur Umnutzung für Wohnungen erstellen und hauchten den teils unter Schutz stehenden Fabrikgebäuden neues Leben ein. Einzigartige Lofts Im östlichen Teil sind 14 großzügige Loftwohnungen behutsam in die bestehende Stahlbetonstruktur der 1950er- Jahre eingebaut. Die Wohnungen sind zentral über eine mehrgeschossige Eingangshalle erschlossen. Diese erhält Tageslicht über ein farbiges Oberlicht und wird mit den Briefkästen, Waschküchen und zumietbaren Ateliers im Eingangsgeschoss zum Begegnungsort. Die übertiefen Wohnungen erhalten über dreigeschossige Lichthöfe im Innern des Gebäudes zusätzliches Tageslicht. Durch die Umnutzung entstanden einzigartige Wohnraumabfolgen, teils übertief, teils überhoch. Die bestehenden Pilzsäulen aus Beton und die charakteristischen Teilungen der ehemali- INFOBOX Am Bau beteiligt: Bauherrschaft: Baugesellschaft Forsanose (Bereuter Holding AG, Beat Odinga Promotions AG, SBT Real Estate AG) Bauherrenvertreter: Odinga und Hagen AG Architekten: Burkhalter Sumi Architekten GmbH, Zürich Bauleitung: Caretta + Gitz AG, Küsnacht Bauingenieur: Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich HLKS Planung: Schoch Reibenschuh AG, Volketswil Elektroingenieur: Bitech AG, Effretikon Bauphysik: IPA Energieberatung und Bauphysik, Volketswil Umgebungsgestaltung: Schmid Landschaftsarchitekten GmbH, Zürich gen Fabrikfenster verleihen den Räumen Patina und Authentizität. Die beiden Fabrikfragmente sind über den ausgedehnten Außenraum, an dem alle Bewohner partizipieren, zu einem Ensemble verbunden. Die Gebäude sind innen gedämmt und die denkmalgeschützte Fassade ist mit einem – der Originalfarbe nachempfundenen – mineralischen Die hölzernen Loggien sind zur Aussicht hin offen gestaltet, gegenüber der Nachbarschaft schützend Dämmputz mit Rillenstruktur instand gestellt. Mit der kontrollierten Lüftung wurde Minergie-Standard erreicht. Die Autoeinstellhalle für die Eigentumswohnungen liegt talseitig im Erdreich. Sie trägt den Platz für eine ebene Grasund Wiesenumgebung mit eingefügtem Kiesplatz. Geschwungene Loggias aus Holz Vor die Fassade gestellte dreigeschoßige Loggiatürme aus Holz erweitern die Wohnungen mit einem großzügigen gedeckten Außenraum. Die Vertikallatten und die Bretterböden der Loggien bestehen aus gehobeltem und unbehandeltem Lärchenholz. Die Boden-/Deckenkonstruktion ist aus Dreischichtplatten Fichte/Tanne erstellt und bleibt von unten her sichtbar. Die umlaufenden Holzlatten sind zur Aussicht hin aufgelöst, zu den Nachbarn hin indes verdichtet angeordnet. Dieses zusätzliche, architektonisch bestimmende Element aus der Umnutzung verleiht der Anlage einen völlig neuen Charakter, bricht das Kantige und Spröde der Industriearchitektur und wirkt leicht und luftig. Die Grundrisse der acht Wohnungen im schmalen älteren Gebäudeteil sind durchgesteckt und verbinden so den historischen pittoresken Fabrikantenpark im Norden und die Aussicht gegen Süden. Erschlossen wird das Gebäude über einen neuen außen liegenden und gedeckten Treppenturm. Passerellen verbinden den Turm mit den Wohnungseingängen an der Fassade. Der nordwestliche Gebäudeteil sowie das ehemalige Kesselhaus sind nun als eigenständige, mehrgeschossige Wohn- bzw. Gewerbeeinheiten genutzt. Charles von Büren, Bern Die vor die ehemalige Fabrikfassade gesetzten, dreigeschossigen Loggiatürme verschaffen den Wohnungen in sämtlichen Etagen einen attraktiven Außenraum Die Innenräume sind durch die immer noch sichtbare Industriearchitektur geprägt, der neue Parkettboden verhilft zu wohnlicher Atmosphäre Fotos: Heinz Unger, Schlieren/Burkhalter Sumi, Zürich DER NEUE HACKGUTKESSEL Turbomat. Die Technologie der Zukunft. www.froeling.com Tel. 089 / 927 926 - 301 Turbomat 150 - 500 kW UNSERE WÄRME HAT MEHR POWER. 30. / 31.10.2014 Olma Messen St. Gallen, Halle 9 Stand 9.0.17 Innovationen für den Holzbau www.hundegger.ch Der Allrounder mit Teleskopauszug T 35 Senken Sie Ihre Energiekosten um bis zu 60%. Innovative Absaug- und Filtertechnologien zahlen sich aus. 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