Page 34

HZ_40_2014

Seite 982 · Nummer 40 · Holz-Zentralblatt Produkte und Dienstleistungen Donnerstag, 2. Oktober 2014 Neue Anlagengeneration bringt ein Plus an Flexibilität Weeke »Venture 230« und »Venture 450« erweitern das Angebotsspektrum der Handwerksbetriebe – Schneller Werkzeugwechsel, einfach zu programmieren Moderne Technologien, hohe Sicherheitsstandards, vielseitige Bearbeitungsmöglichkeiten und zahlreiche Zusatzausstattungen: Das sind die Zutaten für zwei CNC-Bearbeitungszentren, die sich binnen weniger Monate zu Verkaufsschlagern im Handwerk entwickelt haben, der „Venture 230“ und der „Venture 450“ von Weeke. Bereits im vergangenen Jahr haben sich viele Kunden der Homag Schweiz für eines der beiden Modelle entschieden. Nun ist es Zeit für eine erste Zwischenbilanz aus Anwendersicht. Die neue Generation dieser CNC-Bearbeitungszentren ist der Beweis dafür, dass regulatorische Maßnahmen erfinderisch machen und sogar den Impuls zu Innovationen geben können. Denn am 1. Mai 2013 trat in der EU eine neue CE-Richtlinie in Kraft, die den Verkauf und die Inbetriebnahme von nicht gekapselten CNC-Neumaschinen untersagt. Im Grundsatz gilt diese Richtlinie übrigens auch in der Schweiz – so schreibt es das Bundesgesetz zur Produktesicherheit (PrSG) vor. Weeke nahm die strengen Vorgaben zum Anlass, zwei komplette CNC-Neuentwicklungen speziell für das Handwerk auf den Markt zu bringen. Beide Modelle sind vorgekapselt und in Portalbauweise ausgeführt, vor allem aber sind sie konsequent mit neuesten Technologien von Homag ausgestattet und lassen sich individuell auf die jeweiligen Produktionsanforderungen abstimmen. Auch die Anwender sind von den in sich schlüssigen und auf individuelle Erweiterbarkeit ausgelegten Maschinenkonzepten nachhaltig überzeugt. „Mit Inbetriebnahme des neuen CNC-Bearbeitungszentrums haben sich unsere Möglichkeiten in der maschinellen Bearbeitung stark erweitert“, berichtet etwa Markus Kaufmann von der Odermatt AG Ideen-Schreinerei. Das 1960 gegründete Familienunternehmen in Adligenswil bei Luzern ist spezialisiert auf die Möbelfertigung und den Innenausbau. In den vergangenen Jahren ist der Betrieb stark gewachsen, hat sich auch räumlich vergrößert und zählt mittlerweile 30 Mitarbeiter. „Unsere alte CNC-Maschine war dem Produktionsvolumen dann einfach nicht mehr gewachsen. Dies führte häufig zu Engpässen und Staus“, schildert Kaufmann. Mit Inbetriebnahme der „Venture 230“ im November 2013 hat sich die Situation grundlegend verbessert. „Wir sind in der Produktion deutlich flexibler geworden. Gründe dafür sind vor allem das große Bearbeitungsfeld der „Venture 230“ in x- und y-Richtung sowie die kompakte Vierachs-Spindel. Mit ihr führen wir heute alle Fräs- und Bohrbearbeitungen durch – und unsere Mitarbeiter arbeiten an der neuen Maschine hochmotiviert“, sagt Kaufmann. Maßgeblich dazu beigetragen hat auch die umfassende Vorbereitung im Trainings- Center der Homag Schweiz. „Die Programmier Schulung in Höri“, so Kaufmann, „war sehr hilfreich. So konnten wir vom ersten Tag an richtig durchstarten.“ Schon die Serienausstattung der „Venture 230“ überzeugt und eröffnet zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten. Das CNC-Bearbeitungszentrum erreicht eine maximale Frästiefe von 1600 mm und ist mit einem hochpräzisen LED-Positioniersystem ausgestattet. Für schnelle Bearbeitungswechsel verfügt die Maschine zudem über 28 Werkzeugwechselplätze, von denen 14 in x- Richtung mitfahren. Die anderen 14 sind seitlich positioniert. Der 12 kW starke Fräsmotor und eine interpolierende 360° C-Achse sorgen für ein beeindruckendes Leistungsvermögen – genauso wie die 31 High-Speed-Bohrspindeln mit bis zu 7 500 rpm oder die Nutsäge mit 125 mm Durchmesser. Ein zentraler Pluspunkt aus Anwendersicht ist das umfassende Softwarepaket. Es erleichtert die Arbeit sowohl bei der Arbeitsvorbereitung im Büro als auch an der Maschine selbst. Das bestätigt beispielsweise Fabian Bock, einer der Mitbegründer der Holzinnovation Mörschwil AG. Der 2008 gegründete Produktionsverbund aus drei Schreinereibetrieben arbeitet seit Mai 2013 mit der neuen „Venture 230“ und fertigt mit sieben Mitarbeitern sowie fünf Lehrlingen hochwertige Küchen, Schränke, Möbel und Türen. „Bis zur Neuinstallation der Venture hatten wir eine 20 Jahre alte CNC-Maschine im Einsatz, die sehr spezielles Programmier-Wissen erforderte. Auch technisch sind wir mit dieser Maschine oft an Grenzen gestoßen, mussten regelmäßig in teure Ersatzteile investieren und hatten Schwierigkeiten, diese überhaupt zu bekommen“, erklärt Bock. Die Anschaffung der „Venture 230“ hat sich schon deshalb gelohnt. Hinzu kommt die gute Bedienbarkeit: „Dank der sehr viel schnelleren und einfacheren Programmierung sparen wir viel Zeit. Die Maschine erfordert kein großes Spezialwissen und kann jetzt von mehreren Mitarbeitern programmiert und bedient werden“, so Bock. Ausgestattet ist die „Venture 230“ der Holzinnovation Mörschwil mit zahlreichen Extras wie beispielsweise dem Multispannsystem für Rahmen und Schmalteile. Diese und andere Erweiterungsoptionen wie etwa das ebenfalls installierte „Flex-5 plus“- Aggregat erlauben es, die Anlage auf die jeweiligen Anforderungen auszulegen. „Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil“, sagt Bock und ergänzt, „mit der Bearbeitungsqualität der Maschine sind wir sehr zufrieden, speziell bei Türen und Plattenmaterialien. Optimierungsbedarf sehen wir jedoch noch bei der Türrahmenfertigung mit Hilfe des Multispannsystems.“ Vor allem das optionale „Flex5 plus“-Aggregat erweitert das Bearbeitungsspektrum enorm und übernimmt Aufgaben, die in den meisten Betrieben bisher von Hand erledigt werden mussten. Als Zusatzausstattung ist es für beide Anlagen erhältlich und wird von fast allen Kunden genutzt. Das Aggregat zum Sägen, Bohren und Fräsen kommt beispielsweise für Fräsarbeiten an schrägen Flächen zum Einsatz, für Bandbohrungen, Gehrungsschnitte und zur Vorbereitung von Clamex-P-Verbindungen. „Flex5 plus“ deckt 95 % aller Bearbeitungen ab, die sonst nur mit einer deutlich teureren Fünfachs-Maschine möglich wären,“ so Peter Niederer, Geschäftsführer der Homag (Schweiz) AG. Mit der „Venture 230“ kann man bis zu 1 600 mm Fräsen, die Anlage verfügt über ein LED-Positioniersystem, interpolierende C-Achse, „Flex5/5 plus“- Schnittstelle (optional), 31 Bohrspindeln, Seitenanschlagsystem, drei Werkstückanschlagreihen im Standard, 24 Vakuumsauger, 4 pro Konsole auf einer Linie sowie 28 Werkzeugwechselplätze (2×14) im Standard. „Mit der „Venture 230“ sind wir deutlich flexibler geworden. Vor der Investition war die CNC-Bearbeitung oft unser Engpass, heute ist sie ein Produktivitätstreiber,“ äußert sich Markus Kaufmann, Produktionsleiter Odermatt AG Ideen-Schreinerei zufrieden über seine Investition. Und Fabian Bock, Mitbegründer der Holzinnovation Mörschwill AG, sieht die Vorteile in der einfachen und schnellen Programmierbarkeit, trotz deutlich erweiterter Bearbeitungsmöglichkeiten. Von der erweiterten Leistungsaufnahme der „Venture 450“ profitiert seit Oktober 2013 auch die J. Ettinger AG in Landquart. Der zwölf Mitarbeiter zählende Traditionsbetrieb fertigt auf 2 500 m² Fläche ein breites Spektrum an Qualitätsprodukten. Es reicht von individuellen Kücheneinrichtungen und Wandschränken über Innen-, Wohnungsund Haustüren bis hin zu Massivholzmöbeln und kompletten Innenausbauten. Mit der „Venture 450“ lässt sich diese Vielfalt präziser, schneller und deutlich wirtschaftlicher als bisher meistern. „Unsere Rüst- und Einstellzeiten haben sich mit der neuen Maschine deutlich reduziert. Hinzu kommt, dass wir auf unserer alten CNC keine Türen fertigen konnten. Mit der Venture arbeiten wir daher gerade in diesem Bereich sehr viel rationeller und kostengünstiger“, berichtet Inhaber Jakob Ettinger. Das Topmodell der neuen CNC-Generation von Weeke ist mit zwei kompletten Spindeln ausgerüstet. Angetrieben werden beide von leistungsstarken Fräsmotoren aus der energieeffizienten Baureihe – die Hauptspindel mit 12 kW, die Nebenspindel mit 9 kW. In Kombination mit den schon serienmäßig 22 Werkzeugwechselplätzen sorgen die zwei Spindeln für maximale Bearbeitungsvielfalt und sehr kurze Werkzeugwechselzeiten. Mit Vektorgeschwindigkeiten von bis zu 110 m/min in x- und y- Richtung überzeugt die Anlage zudem durch ein beachtliches Bearbeitungstempo. Bei einer herkömmlichen Stahlkonstruktion ginge diese Dynamik unweigerlich zu Lasten der Präzision. Um unerwünschte Schwingungen des Maschinenkörpers zu verhindern, ist das Topmodell von Weeke in hochsteifer Gantry Bauweise konstruiert und verfügt über ein Maschinenbett aus Sorbtech. Dies optimiert die Schwingungsdämpfung im Vergleich zu klassischen Stahlkonstruktionen um bis zu 80 %. Für die Krieger Rolf AG in Meggen war genau dies ein ausschlaggebendes Argument für die Investition in eine neue „Venture 450“. „Die massive Bauweise und Qualität der Maschine haben uns überzeugt“, bestätigt Peter Küng, Betriebsleiter des Geschäftsbereichs Schreinerei. „Selbst bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten ist so ein Höchstmaß an Genauigkeit möglich.“ Seit Mai 2013 fertigt die Krieger Rolf AG sämtliche Möbel- und Türbauteile auf der „Venture 450“ und ist nicht nur von den technischen Möglichkeiten und der hohen Präzision begeistert. „Auch die Arbeit selbst ist viel einfacher geworden“, sagt Küng, „zum Beispiel durch die vordere Anschlagreihe, das große Bearbeitungsfeld und die einfache NC-Programmierung.“ Die Maschine ist mit dem innovativen Homag-Sicherheitskonzept „Safesan“ ausgestattet. Dabei überwacht ein Laserscanner den gesamten Arbeitsbereich und schützt die Maschinenbediener zuverlässig vor Kollisionen mit der Maschine. Das Maschinenbett der „Venture 450“ besteht aus Sorbtech und optimiert die Schwingungsdämpfung um bis zu 80 %. Drei Arbeitslängen sind mit 3 300/ 4 500/6 500 mm verfügbar, das Fräsmaß in y-Richtung reicht bis zu 1550 mm; mit dem LED-Positioniersystem wird eine um bis zu 70 % schnellere Positionierung erreicht. Mit dem K-Tisch steht ein schlauchloses Vakuumspannsystem zur Verfügung. Eine zweite Anschlagreihe im Standard, elektronische Abfrage aller Anschlagzylinder, 31 Bohrspindeln (High-Speed 7500) sowie ein programmgesteuerter Absaugstutzen für ein effizientes Absaugverhalten vervollständigen die Anlage. Hersteller: Weeke Bohrsysteme GmbH, D-33442 Herzebrock-Clarholz CNC-Bearbeitungszentrum „Venture 450“ Schlosskastenbearbeitung mit der „Venture“-Baureihe Gehrungsschnitt mit dem „Flex5 plus“-Aggregat Fotos: Weeke Das Formatieren von Kanten gehört zum Standardrepertoire CNC- Bearbeitungszentrum „Venture 230“


HZ_40_2014
To see the actual publication please follow the link above