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HZ_40_2014

Seite 956 · Nummer 40 · Holz-Zentralblatt Märkte und Preise Donnerstag, 2. Oktober 2014 Leichtes Wachstum in Oberfranken Polstermöbelindustrie nur bedingt zufrieden – Zweistelliges Plus bei K + W in Lichtenfels Leichte Abschwächungen nicht zu übersehen Nadelholzsägewerke stehen vor schwierigem Herbst … Fortsetzung von Seite 954 Die ganze Brisanz der aktuellen Lage zeigt sich in der Auftragsentwicklung: Nahezu die Hälfte der Betriebe musste im September Auftragsrückgänge hinnehmen. Die Auftragseingänge aus der Nahzone und Fernzone sind, ebenso wie die Auftragsbestände im September, und damit zum dritten Mal hintereinander, im Branchensaldo zurückgegangen (vgl. Abbildungen 12, 13 und 14). Durch die Rücknahme der Produktion ist es den Betrieben trotz rückläufiger Auftragsentwicklung gelungen, die Lagerbestände unverkaufter Schnittware stabil zu halten. Bauware wird von 91 % der Betriebe innerhalb von zwei Wochen ausgeliefert, Vorratsware liefern 83 % der Betriebe in der gleichen Zeitspanne aus. Lieferzeiten von mehr als vier Wochen treten derzeit nicht auf. Künftige Marktentwicklung Im Herbst und Winter ist keine Verbesserung an den Schnittholzabsatzmärkten in Sicht. Die Verantwortlichen in den Meldebetrieben prognostizieren für die kommenden Monate eine rückläufige Schnittholznachfrage, sowohl bei der Bauware als auch bei der Industrieware. Auch die Schnittholzpreise werden voraussichtlich leicht nachgeben (vgl. Abbildung 15). Abbildung 15 Prognose der künftigen Schnittholzpreise Abbildung 12 Angaben zum Auftragseingang aus der Nahzone Abbildung 13 Angaben zum Auftragseingang aus der Fernzone Abbildung 14 Angaben zum Auftragsbestand Steigende Nachfrage nach Pelletheizungen erwartet Installateure nach ihren Einschätzungen befragt SHK-Installateure erwarten zukünftig eine verstärkte Nachfrage nach Pelletheizungen. Das ergab eine Umfrage bei 180 Betrieben des SHK-Handwerks durch Bau-Info-Consult zu Konjunktur und Entwicklungstrends in der Bau- und Installationsbranche. Das Schlagwort Heiztechnik wird immer häufiger mit den Stichwörtern „Effizienz“, „Nachhaltigkeit“ und „Kostenersparnis“ in Verbindung gebracht. Die Heizungstechnik hat sich bekanntermaßen in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und neuere Aspekte – wie etwa das Thema rund um die Nutzung regenerativer Brennstoffe – rücken aktuell immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Bauinfo Consult hat daher 180 deutsche SHK-Installateure befragt, wo sie in den nächsten fünf Jahren die zentralen Nachfragetrends in der Heiztechnik sehen. Im Bereich der Heizungstechnik erwarten die SHK-Installateure den stärksten Nachfragetrend bei den Pelletheizungen. 41 % der im Zuge der Jahresanalyse Befragten glauben, dass diese Heizvariante zukünftig vermehrt am Markt nachgefragt wird. Generell sind regenerative Energien mittlerweile ein fester Bestandteil der Heiztechnik. 34 % der SHK-Installationsunternehmen erwarten, dass in den kommenden fünf Jahren die erneuerbaren Energien für den Bereich der Heiztechnik einen Nachfragetrend darstellen werden. Hierzu gehören sowohl die Solarthermie zur direkten Heizungsunterstützung (29 %) als auch die Solarthermie zur Warmwasserunterstützung (25 %). Interessant ist, dass der Wärmepumpe wohl eher geringe Bedeutung beigemessen wird. Auch das Thema Energieeffizienz wird die Branche weiter beschäftigen. So sehen 37 % der SHK-Profis die Brennwerttechnik im Allgemeinen und 26 % die Ölbrennwerttechnik im Speziellen auf dem Vormarsch. Die Ergebnisse stammen aus der Jahresanalyse 2014/2015, der jährlichen Studie von Bauinfo Consult zu Konjunktur und Entwicklungstrends in der Bau- und Installationsbranche. Dabei werden auf Basis von über 1800 Interviews unter Branchenakteuren u. a. behandelt: ◆ Baukonjunktur: Entwicklung und Erwartungen ◆ Regionale Hochbauprognose 2014 und 2015 ◆ Decision-Making-Unit in der Baubranche ◆ Kommunikations- und Informationsverhalten, Social Media ◆ Schwerpunkt: Zukunftstrends im Bau ◆ Lösungen und Produktsysteme ◆ Design als Differenzierungsmerkmal Å Å Die Jahresanalyse 2014/2015 kann bei Bauinfo Consult zum Preis von 595 Euro zzgl. MwSt. bestellt werden. In Österreich weniger Schrauben und Dübel abgesetzt ba. Bei Schrauben schrumpften 2013 die Herstellererlöse in Österreich um insgesamt 4,6 % gegenüber 2012, wobei die stärksten Rückgänge auf Spanplatten und Holzschrauben (–7,0 %) und Konstruktionsschrauben (–8,5 %) entfielen. Der Umsatz mit Dübeln sank im Vorjahr um 3,4 % gegenüber 2012. Überdurchschnittliche Absatzrückgänge werden verzeichnet für Stahldübel (–5,5 %) und für Gipskartondübel (–6,1 %). Insgesamt rutschte 2013 der Umsatz mit Schrauben und Dübeln um 3,9 % unter Vorjahr. Die Herstellererlöse beliefen sich im Vorjahr auf 119,4 Mio. Euro. Zuvor, von 2010 bis 2012, waren die Herstellererlöse in Österreich um zusammen 6,9 % gestiegen. Der Erlös des Vorjahres liegt damit – trotz des Rückgangs gegenüber 2012 – immer noch 2,6 % über dem des Jahres 2010. In den Jahren 2010 bis 2013 entfielen jeweils knapp die Hälfte der hier beobachteten Herstellererlöse in Österreich auf Schrauben und etwas mehr als die Hälfte auf Dübel. Zu diesem Ergebnis kommt das Wiener Marktforschungsinstitut Kreutzer, Fischer und Partner in seiner aktuellen Studie „Schrauben und Dübel in Österreich 2014“. Angaben der Geschäftslage Bis Juli Umsatz im Bauhauptgewerbe 9,6 % über Vorjahr Der Gesamtumsatz des Bauhauptgewerbes betrug von Januar bis Juli dieses Jahres rund 34,0 Mrd. Euro und lag damit 9,6 % über dem Niveau der ersten sieben Monate 2013. Die durchschnittliche Zahl der tätigen Personen sank in diesem Zeitraum um 0,6 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Auftragseingänge des Bauhauptgewerbes in den ersten sieben Monaten preisbereinigt um 0,4 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Juli sind die Auftragseingänge im Vergleich zum Juli 2013 preisbereinigt um 5,3 % zurückgegangen: Hochbau –2,7 % und Tiefbau –7,7 %. Ein Grund für den starken Rückgang im Berichtsmonat ist, dass die Auftragseingänge im Juli 2013 außergewöhnlich hoch gewesen waren (höchster Stand seit Juli 2003), so das Statistische Bundesamt. Baukonjunktur im Juli weiter abgeschwächt Die Bauwirtschaft ist ausgesprochen verhalten in das zweite Halbjahr gestartet, die schwache Baukonjunktur im Juni hat sich auch im Juli fortgesetzt. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie weiter mitteilt, ergibt sich nur aufgrund des starken ersten Halbjahres für den gesamten Zeitraum von Januar bis Juli ein Umsatzplus von 9,7 %. Nach Einschätzung des Verbandes mehren sich die Zeichen zunehmender Unsicherheit, welche sich nicht nur in den konjunkturellen Stimmungsumfragen, sondern auch in Auftragsstornierungen widerspiegeln. Laut einer Sonderumfrage für die Bauindustrie, welche im Rahmen des Ifo-Konjunkturtests durchgeführt wurde, gaben 12 % der befragten Bauunternehmen Mitte September an, dass sie in den vergangenen sechs Monaten von Auftragsstornierungen betroffen waren, im April waren dies lediglich 9 %. Am schlechtesten entwickelte sich im Juli der Öffentliche Bau, teilt der Verband weiter mit. Deutlich besser stehe der Wirtschaftsbau da. Widersprüchliche Signale seien im Juli vom Wohnungsbau gekommen. Die Juli-Zahlen waren bei Umsatz, Auftragseingang und Zahl der Baugenehmigungen schlechter als die Juli-Zahlen des Vorjahres und auch schlechter als der bisherige Jahresdurchschnitt (Januar bis Juli). In die Märkte für Laubstammholz kommt Leben fjl. Die allgemeine Geschäftslage ist auch Ende September für die weitaus meisten Laubholzsägewerke in Deutschland befriedigend, zeigt sich aber geringfügig ungünstiger als in den beiden Vormonaten. Der Marktverlauf im Inland hat sich im September leicht verzögert, im Ausland blieb er weitgehend unverändert. Im Branchensaldo ging der Einschnitt leicht zurück. Die deutliche Verbesserung der Auftragslage im August setzte sich im September nicht fort. Die Auftragseingänge und Auftragsbestände sind stabil bis leicht rückläufig. Die Schnittholzlagerbestände und die Schnittholzpreise verharren auf der im Vormonat erreichten Höhe. Der deutsche Laubschnittholz-Export in Richtung Asien, insbesondere China, ist für die Buchenholzsäger weiterhin eine wichtige Stütze. Allerdings zeigen sich bei diesem Geschäft in den beiden letzten Monaten leichte Abschwächungstendenzen. Abschwächungen zeigen sich auch in europäischen Bestimmungsländern, beispielsweise in Großbritannien. Nach der „IWF“-Messe in Atlanta sollen aus den USA vermehrt Anfragen kommen, in konkrete Aufträge haben sie sich bislang aber nicht umsetzen lassen. In die Beschaffungsmärkte von Laubstammholz kommt Leben. Inzwischen zeichnen sich steigende Buchenstammholzpreise ab, und zwar nicht nur durch Frühlieferprämien einzelner Großabnehmer. Allerdings erwarten die befragten Säger allenfalls geringfügige Steigerungen der Nachfrage und Preise von Buchenschnittholz. Für Eichenstammholz werden die Säger deutlich mehr anlegen müssen als in der letzten Einkaufssaison. Die Prognosen der künftigen Nachfrage nach Eichenschnittholz fallen nicht mehr ganz so optimistisch aus wie in den Vormonaten. Die Aufwärtstendenz von Nachfrage und Preisen wird bei der Eichenschnittware aber mit einiger Sicherheit in den kommenden Monaten anhalten. Im ersten Halbjahr hat die bayerische Polstermöbelindustrie, die überwiegend in Oberfranken beheimatet ist, einen Umsatz von 255 Mio. Euro erwirtschaftet, 2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das gab im Rahmen einer Pressereise Christian Dahm, Geschäftsführer des Verbandes der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayerns, bekannt. Für das Gesamtjahr erwarten die Oberfranken ein knappes Umsatzplus. Mit der Entwicklung des Inlandsumsatzes konnte die Polstermöbelindustrie im ersten Halbjahr nur bedingt zufrieden sein, erläuterte Dahm weiter. Denn während sich dieser im ersten Quartal noch positiv entwickelt hat, waren die Auftragseingänge im zweiten Quartal rückläufig. Diese Entwicklung lasse sich bis zum Jahresende nur bedingt steigern, da auch auf den Auslandsmärkten große Impulse fehlten, so Dahm weiter. Mit einer Exportquote von 31,1% bedient die Möbelfertigung in Bayern überwiegend den heimischen Markt, wobei das Ausland in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Zu den Hauptabsatzmärkten gehören Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Frankreich. Wie auch bei den Kastenmöblern, macht der Polstermöbelbranche die in den letzten Jahren stark gewachsene Konkurrenz polnischer Hersteller zu schaffen – zusätzlich zu den Importen aus China. Dagegenhalten wollen die Hersteller vor allem mit ihrer Nähe zum Markt, Qualität und Variantenvielfalt. Machalke aus Hochstadt sieht sich dabei auf einem guten Weg, seine Kompetenz als Hersteller hochwertiger Polstermöbel mit Lederoberfläche wieder stärker hervorzuheben. Thomas Schlosser, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, ist mittelmäßig zufrieden mit dem aktuellen Geschäftsverlauf. Man hatte sich für dieses Jahr mehr ausgerechnet, habe sich aber in einem schwierigen Marktumfeld besser entwickelt als der Wettbewerb. Sehr gut ist die Lage bei K + W aus Lichtenfels, berichtet Vertriebsleiter Reiner Thiele. Für dieses Jahr rechnet er mit einem Plus im zweistelligen Bereich auf einen Umsatz von rund 55 Mio. Euro. Impulse kommen dabei vor allem aus dem Wohnbereich, der Essbereich (Dinnersofas) dagegen stagniert auf hohem Niveau. Vom 28. September bis zum 1. Oktober präsentierte sich die oberfränkische Polstermöbelindustrie traditionell im Rahmen der „Hausmessen Oberfranken“. Schwedens Schnittholz-Export Ende Juli 7,6 % über Vorjahr Lieferungen nach Deutschland aber 5,9 % geringer Schwedens Nadelschnittholz-Exporte betrugen in diesem Jahr bis Ende Juli 7,3 Mio. m³, das sind 7,6 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das hat der schwedische Holzindustrieverband (Skogsindustrierna) Ende September bekannt gegeben. Die schwedischen Lieferungen nach Deutschland (619 300 m³) waren in den ersten sieben Monaten 5,9 % geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die höchsten absoluten Zuwächse für die schwedischen Exporte werden für Ägypten (+470 300 m³) und Großbritannien (193 700 m³) gemeldet. Stark Rückläufig waren die Lieferungen vor allem nach Japan (–178 600 m³). Für die drei gemeldeten Sorten werden unterschiedliche Export-Entwicklungen gemeldet: Kiefernrauware +11,7 % auf 2,9 Mio.m³, Hobelware +7,7 % auf 2,6 Mio. m³ und Fichtenrauware: +0,4 % auf 1,8 Mio. m³. Schwedens Ausfuhr von Nadelschnittholz (einschließlich Hobelware) (Angaben in 1000 m³) Jan. – Juli Veränd. 2013 2014 in % Großbritannien 1 354,6 1 548,3 +14,3 Ägypten 493,4 963,7 +95,3 Norwegen 573,3 583,6 +1,8 Deutschland 619,3 582,8 –5,9 Dänemark 424,3 493,5 +16,3 Niederlande 423,7 464,4 +9,6 Japan 587,4 408,8 –30,4 übrige Länder 2 339,0 2 287,9 –2,2 insgesamt 6 815,1 7 333,0 +7,6 Quelle: Skogsindustrierna


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